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Besondere Arbeits-
platzverhältnisse auf Baustellen

Die Arbeit auf Baustellen ist mit vielen Gefahren verbunden. Die Unfallstatistik zeigt, dass jährlich jeder vierte Bauarbeiter einen Arbeitsunfall erleidet. Temporärarbeitende sind sogar noch etwas häufiger betroffen. Diese Unfälle sind nicht einfach Schicksal. Dagegen lässt sich zum Glück etwas tun. Jeder Einzelne kann durch sein persönliches Verhalten beitragen, Unfälle zu vermeiden. Konzentriertes, aufmerksames Arbeiten und das Befolgen einiger wichtiger Grundregeln sind der Schlüssel zu Sicherheit und Gesundheit.

Arbeiten in der Höhe - Absturzgefahr

Absturz als tödlichste Unfallgefahr

In der Schweiz geschehen im Bauhauptgewerbe jährlich 2000 Absturzunfälle. Diese haben durchschnittlich 100 Invaliditätsfälle und 7 Todesopfer zur Folge.

Es gilt der Grundsatz: Bei Absturzhöhen von mehr als 2 Metern sind Schutzmassnahmen zu treffen. Eine Ausnahme sieht die Bauarbeitenverordnung nur beim Arbeiten auf Dächern (Schutzmassnahmen ab 3 Meter Absturzhöhe erforderlich) vor. Kollektive Schutzeinrichtungen wie Gerüste (z. B. im Hochbau die Fassadengerüstpflicht ab 3.0 Metern Absturzhöhe), Auffangnetze, Geländer, Hubarbeitsbühnen usw. haben Vorrang gegenüber dem Individualschutz (z. B. Anseilschutz).

Bei Bau-, Montage-, Reparatur- und Unterhaltsarbeiten ist es technisch nicht immer möglich, kollektive Schutzeinrichtungen zu installieren. In diesen Fällen ist die Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) zu verwenden, und zwar auch dann, wenn die Arbeiten in der Höhe nur von kurzer Dauer sind. Wer sich mit dem Sicherungsseil und Auffanggurt gegen Absturz sichert, braucht das richtige Material, eine seriöse Schulung und Training. Ein unsachgemässer Umgang mit der PSAgA kann fatale Folgen haben.

Das Arbeiten am hängenden Seil gehört zu den Arbeiten mit besonderen Gefahren. Damit darf nur gearbeitet werden, wenn die Arbeiten nicht auf andere Weise und mit weniger Risiko ausgeführt werden können. Arbeiten am hängenden Seil dürfen nur Arbeitnehmende ausführen, die entsprechend ausgebildet sind.

Gräben, Schächte, Baugruben

Die Böschungsneigungen sind der Standfestigkeit des Baugrundes anzupassen. Bei kritischen Böschungs- und Baugrubensituationen hilft das folgende Nachweisdokument dem Arbeitgeber, die notwendigen Angaben einzufordern und die Verantwortlichkeiten zu klären.

Der Abbau von Gestein, Kies und Sand hat nach einem vor Beginn der Arbeiten erstellten Plan zu erfolgen. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, einen Abbau von mehr als 5000 m³ vor der Ausführung der Suva zu melden.

Arbeiten in Rohrleitungen

Vor Beginn der Arbeiten in Rohrleitungen muss ein schriftliches Sicherheits- und Rettungskonzept erstellt werden, wenn Personen eingesetzt werden und Brand-, Explosions- und Vergiftungsgefahr nicht auszuschliessen sind.

Sicherer Umgang mit Elektrizität

Die Gefahren der Elektrizität werden oft unterschätzt. Das Risiko, bei einem Elektrounfall das Leben zu verlieren, ist zwei- bis dreimal höher als bei anderen Unfällen. Technische Schutzmassnahmen schützen nicht gegen alle Gefahren. Deshalb sind beim Umgang mit Elektrizität korrektes Verhalten und die regelmässige Sensibilisierung für die Gefahren besonders wichtig.

Grundsätzlich gilt: Vor Beginn der Bauarbeiten muss immer abgeklärt werden, ob im Arbeitsbereich Anlagen vorhanden sind, durch die Personen gefährdet werden können. Zum Beispiel: elektrische Anlagen, Verkehr, Leitungen, Kanäle, Schächte und Anlagen mit Explosionsgefahr oder Giftstoffen.

Informationen und Hilfsmittel

Folgende Publikationen unterstützen Sie bei der betrieblichen Umsetzung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes.

Elektrische Installationen und Betriebsmittel auf Baustellen

BFA-MB-020_Elektrische Installationen und Betriebsmittel auf Baustellen

Stecker und Steckdosen auf Baustellen

BFA-MB-021_IP55 Stecker und Steckdosen auf Baustellen

Gesundheitsgefährdende Stoffe

Im beruflichen Alltag gibt es viele Risiken, die zu einer Berufskrankheit führen können. Für viele Stoffe und Belastungen existieren Grenzwerte. Eine systematische Ermittlung der Risiken für Berufskrankheiten ist ein zentrales Element der Prophylaxe. Dadurch können berufsbedingte Erkrankungen gezielt vorgebeugt und gesundheitsverträgliche Arbeitsplätze gewährleistet werden.
Durch Verminderung gesundheitsgefährdender Stoffe sowie durch natürliche oder künstliche Lüftung wird erreicht, dass am Arbeitsplatz genügend Sauerstoff vorhanden ist. Auch ist dafür gesorgt, dass die Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Stoffe in der Luft nicht überschritten werden.

Rückbau- oder Abbrucharbeiten

Vor Beginn der Arbeiten müssen die Sicherheits- und Gesundheitsrisiken ermittelt und die erforderlichen Massnahmen getroffen werden. Rückbau- und Abbrucharbeiten dürfen nur unter fachkundiger Aufsicht durchgeführt werden.

Informationen und Hilfsmittel

Folgende Publikationen unterstützen Sie bei der betrieblichen Umsetzung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes.

Umgang mit Asbest

BFA-IN-061_Umgang mit Asbest

Umgang mit Asbest (Portugiesisch)

BFA-IN-061_Umgang mit Asbest (Portugiesisch)

Asbestarbeiten ausschreiben

BFA-MB-003_Asbestarbeiten ausschreiben

Untertagarbeiten

Untertagbaustellen bergen besondere Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden. Vor Beginn der Arbeiten muss der Arbeitgeber ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzkonzept sowie ein ausführliches Rettungskonzept erstellen.

Arbeiten im Tunnel- und Stollenbau sind der Suva mindestens zwei Wochen vor Beginn zu melden. Von dieser Meldepflicht ausgenommen sind Kontroll- und Unterhaltsarbeiten an und in bestehenden Tunnels.

Stolpern und Stürzen

Stolpern und Stürzen ist die häufigste Unfallursache in der Schweiz. Ein Viertel der Unfälle geschehen auf Treppen. In den Wintermonaten passieren mehr Unfälle als in den Sommermonaten. Daher müssen Arbeitsplätze sicher und über sichere Verkehrswege zu erreichen sein.

Folgende Publikationen unterstützen Sie bei der betrieblichen Umsetzung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes.