Auf grosse Nervosität folgt stets die Normalität

Es war ein regelrechter Schock für viele Baumeister, als im Frühjahr 2022 innert kürzester Zeit die Materialpreise durch die Decke schossen. Die COVID-Pandemie brachte die globalen Lieferketten ins Wanken, aber nicht nur.

Es war ein regelrechter Schock für viele Baumeister, als im Frühjahr 2022 innert kürzester Zeit die Materialpreise durch die Decke schossen. Die COVID-Pandemie brachte die globalen Lieferketten ins Wanken, aber nicht nur.

(c) SBV

 

Was nach temporären Engpässen aussah, entpuppte sich als echte Kostenlawine. Stahl verteuerte sich auf das Zweieinhalbfache, Kunststoff legte um 35 Prozent zu. Auch Backsteine und Schalholz waren betroffen, getrieben durch hohe Energiepreise. Auch Belagsgut war plötzlich 15 Prozent teurer. Das hatte enorme Auswirkungen für Baufirmen im Strassenbau, wo der Belag bis zu 60 Prozent der Baukosten ausmacht.

Für viele Betriebe bedeutete diese Entwicklung Planungsunsicherheit und auch existenzielle Risiken. Öffentlich-rechtliche Bauherren vergüten in der Regel die Teuerung. So konnten der SBV und seine Sektionen mit zahlreichen Bauherren und der KBOB (Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren) faire Abmachungen treffen. Private Bauherren hingegen kennen ausser bei Stahl in der Regel keinen Teuerungsausgleich, auch im Krisenjahr 2022. Besonders stark betroffen waren Bauprojekte, die auf Pauschalpreisbasis abgeschlossen wurden.

Preisschwankungen so weit als möglich auffangen

Der massive Preisanstieg während der COVID- und der Ukrainekrise entstand nicht nur wegen tatsächlicher Engpässe, sondern auch durch unterbrochene Lieferketten, überhitzte Nachfrage und spekulatives Verhalten. Preisschwankungen beim Baumaterial sind die Regel. Der SBV bietet deshalb verschiedene Berechnungstools an. Mit dem Produktionskostenindex (PKI), der Gleitpreisformel (GPF) und weiteren normierten Berechnungsmethoden auf Basis von Preisindizes schafft das Team von Technik und Betriebswirtschaft fundierte Grundlagen. Teuerungsklauseln erlauben Baufirmen, dass Angebote auf aktuellen Preisen basieren. Die nächste Preiswelle kommt bestimmt. Baumeistern empfiehlt der SBV deshalb, Materialpreise, wann immer möglich, mit Teuerungsklauseln abzusichern.

Mehr zu den Berechnungstools.

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