Bauziel: Nachhaltigkeit

Ein neues Quartier entsteht

Im Westen von Chur entsteht während 8 Jahren ein neues Quartier – gebaut wird auf einer Fläche von über 11 Hektaren. Wer hält bei einem Projekt dieses Ausmasses die Fäden zusammen und welche Rolle spielt die Nachhaltigkeit? Eine Aufgabe für Reto Barandun, Projektleiter bei der HMQ AG. 

 

Wohnen in der Stadt ist attraktiv – von Genf bis St. Gallen wachsen praktisch alle Städte der Schweiz. So auch die Hauptstadt des Kantons Graubünden. Nun ist seit 2020 das grösste Bauprojekt in Chur im Gange: der Bau des Kleinbruggen-Quartiers. Auf einer Fläche von 11.2 Hektaren entstehen bis 2028 in drei Etappen rund 500 Wohnungen, die ersten davon sollen ab Herbst 2022 bezugsbereit sein. Für die Entwicklung des Quartiers ist die Kleinbruggen AG verantwortlich. Sie hat die Grundlagen für die Quartier-Überbauung geschaffen, damit die Investoren ideale Voraussetzungen vorfinden, um die verschiedenen Bauten und Anlagen zu realisieren

 

 

 

Wie viele Wohnungen und welche Bauten in sechs Jahren im Kleinbruggen-Quartier stehen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar– die Nutzung der dritten und letzten Etappe ist noch nicht definiert. Klar ist: «Das Kleinbruggen-Quartier soll in jeder Hinsicht modern sein», sagt Reto Barandun. Der 38-Jährige aus Haldenstein arbeitet für die HMQ AG, die im Auftrag der Kleinbruggen AG – der Baurechtnehmerin des Kleinbruggen Areals – die übergeordnete Projektleitung übernimmt. Sein Unternehmen unterstützt die Kleinbruggen AG u.a. bei der Erarbeitung des Baurechtsmodells und bei der Durchführung des Vergabeverfahrens. Das heisst: Die Kleinbruggen AG wird Unterbaurechte an Unterbaurechtsnehmer übertragen, die ihrerseits dann verschiedene Bauunternehmen beauftragen. «Organisation ist alles», sagt Reto Barandun – er hält bei dem Projekt die Fäden zusammen.

 

Dreifaltige Nachhaltigkeit

 

Nachhaltigkeit wird beim Kleinbruggen-Quartier grossgeschrieben. In den drei Bereichen Erstellung, Betrieb und Mobilität sollen die Zielwerte für Treibhausemissionen oder nicht erneuerbare Primärenergie unterschritten werden. Punkto Mobilität ist also eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr wichtig, der motorisierte Anteil soll gering ausfallen – und entsprechend auch die Anzahl Parkplätze. Im Bereich Erstellung wird der Nachhaltigkeitsgedanke mit der Wahl der Baumaterialien und dem Umgang mit Trinkwasser gestärkt. So dürfen nur Materialien verwendet werden, die wenige Schadstoffe beinhalten und in deren Produktion ein geringer Anteil an grauer Energie steckt. Und für den Betrieb ist die Wärme- und Kälte-Erzeugung entscheidend – die Überbauung wird an das Anergie-Netz angeschlossen. Rund 60 Prozent des Stromverbrauchs werden so mit Energie aus erneuerbaren und ökologischen Quellen gedeckt – davon ungefähr 40 Prozent Solarenergie, die mittels Sonnenstrahlen auf den Dächern gewonnen wird

 

 

Auch Gewerbe, Handels- und Dienstleistungsbetriebe zeichnen ein modernes Quartier aus. Neben energieeffizienten Wohnungen dürften im Quartier also auch Kinderkrippen, Gewerbe, Verkaufsgeschäfte oder Gastronomiebetriebe Einzug halten. Trotz all dem bleibt die bebaute Fläche und die Erschliessungsfläche im Vergleich zur erstellten Nutzfläche gering. Denn dass da einst ein Bauernhof und weitere landwirtschaftlich genutzte Bauten standen, soll nicht ganz vergessen gehen. Das landschaftliche Idyll im nördlichen Teil des Grundstücks bleibt als Naherholungsgebiet erhalten, zwischen den Gebäuden entstehen grossflächige, ökologisch wertvolle Blumenwiesen.

 

Freiheit bringt Herausforderung 

 

Bei einem Projekt dieser Grössenordnung ist die Übersicht und ein genaues Vorgehen entscheidend. Lange bevor Bauaufträge vergeben werden konnten, musste ein Baurechtsvertrag her. Dann gab es einen Quartierplan, doch der liess, wie Quartierpläne so sind, einige Freiheiten zu. «Diese Freiheiten waren Unklarheiten – der Umgang damit eine grosse Herausforderung», sagt Reto Barandun. Oft blieb dem gelernten Bauzeichner und seinem Team nur eine Option: Annahmen treffen, da zum Planungszeitpunkt zum Beispiel nicht klar war, wie viele Parkplätze wirklich gebaut werden sollen – schwierig, wenn die Anzahl der Wohnungen noch nicht feststand.  An der effektiven Realisierung seiner Pläne ist Reto Barandun nicht beteiligt – diese Arbeit übernehmen die Unterbaurechtsnehmer. Doch Reto Barandun weiss das Projekt in guten Händen und blickt der Entstehung des neuen Quartiers zuversichtlich entgegen.

 

Eine Karriere auf dem Bau hat viel zu bieten

Um Fachkräfte der Zukunft anziehen, ausbilden und in der Branche halten zu können, kommt den Bauunternehmen eine zentrale Rolle zu. Auf den Baustellen der einzelnen Firmen entscheidet sich, ob interessierte Talente bleiben und zu Leistungsträgern werden können. Viele Mitglieder des SBV machen hier einen tollen Job. In der Berufswerbungskampagne setzt der SBV bewusst auf gute Geschichten direkt aus den Unternehmen.  

Hat auch Ihre Firma ein tolles Projekt für Lernende? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und schicken Sie Bilder und Inputs an berufswerbung[email protected] 

Über den Autor

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Schweizerischer Baumeisterverband

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