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FAQ BBF Bau

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum BBF Bau - Unterstellung, Beitragshöhe und Fristen – finden Sie hier. Dadurch können Sie die Selbstdeklaration möglichst reibungslos ausfüllen.

Der BBF Bau ist ein obligatorischer Berufsbildungsfonds gemäss Art. 60 des Berufsbildungsgesetzes (BBG), der die berufliche Grundbildung, die höhere Berufsbildung und berufsorientierte Weiterbildung des Bauhauptgewerbes fördert (d.h. Entwicklung von Bildungsangeboten, Organisation von Kursen, Qualifikationsverfahren, Berufswerbung usw.).

Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) ist Träger des Berufsbildungsfonds BBF BAU und ab dem Deklarationsjahr 2022 für das Inkasso verantwortlich.

Durch die Allgemeinverbindlicherklärung des Bundesrates werden alle Betriebe, die dem BBF Bau unterstehen, dazu verpflichtet, einen jährlichen Beitrag an den BBF Bau zu entrichten. Die Beiträge werden ausschliesslich für die Entwicklung und Förderung der Aus- und Weiterbildung im Bauhauptgewerbe eingesetzt. Damit werden die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen, um Fachkräften einen Zugang zu zeitgemässer Grund- und Weiterbildung zu bieten.

Jedes dem BBF Bau unterstellte Unternehmen ist verpflichtet, Angaben zum Betrieb und zu den Mitarbeitenden über die Selbstdeklaration einzureichen.

 

Gemäss Art 6 des Reglements BBF Bau gilt der BBF Bau für diejenigen Betriebe oder Betriebsteile, die kumulativ in den räumlichen, betrieblichen und in den persönlichen Geltungsbereich des BBF Bau fallen. Hier finden Sie das aktuelle
Reglement BBF Bau.

Der Bundesrat hat den BBF Bau allgemeinverbindlich erklärt. Das bedeutet, dass alle Betriebe, die in den Geltungsbereich fallen, dem BBF Bau unterstehen.

 2.1. Räumlicher Geltungsbereich

Geltung hat der BBF Bau für Betriebe des Bauhauptgewerbes in der Schweiz.

2.2. Betrieblicher Geltungsbereich

Der BBF Bau gilt für alle Betriebe im Bauhauptgewerbe, die branchentypische Tätigkeiten gemäss Art. 4 des Reglements BBF Bau aufweisen, insbesondere:

  • Hochbau, Tiefbau (einschliesslich Spezialtiefbau), Untertagbau und Strassenbau (einschliesslich Belagseinbau);
  • Aushub, Abbruch und Deponiebetriebe;
  • Steinhauer- und Steinbruchgewerbe sowie Pflästereibetriebe;
  • Fassadenbau- und Fassaden-Isolationsbetriebe, ausgenommen Betriebe, die in der Gebäudehülle tätig sind. Der Begriff Gebäudehülle schliesst ein: geneigte Dächer, Unterdächer, Flachdächer und Fassadenbekleidungen (mit dazugehörendem Unterbau und Wärmedämmung);
  • Betoninjektions- und Betonsanierungsbetriebe, Betonbohr- und Beton-schneideunternehmen sowie Betriebe der Betonelementfabrikation;
  • Betriebe, die Asphaltierungen ausführen und Unterlagsböden erstellen;
  • Transport von und zu Baustellen;
  • Herstellung und Transport von lagerfähigen Baustoffen.

2.3. Persönlicher Geltungsbereich

Der BBF Bau gilt für alle Betriebe und Betriebsteile, in denen Personen branchentypische Tätigkeiten mit den Abschlüssen gemäss Art 5. lit. a und c. des Reglements BBF Bau ausüben, wie etwa:

  • Bauarbeiter/Bauarbeiterin (ohne/mit Fachkenntnisse/n), Baupraktiker/Baupraktikerin (EBA), Maurer/Maurerin (EFZ), Strassenbauer/Strassenbauerin (EFZ), Strassenbaupraktiker/Strassenbaupraktikerin (EBA), Grundbauer/ Grundbauerin (EFZ), Grundbaupraktiker/Grundbaupraktikerin (EBA), Industrie- und Unterlagsbodenbauer/Industrie- und Unterlagsbodenbauerin (EFZ/EBA), Pflästerer/Pflästererin (EFZ), Bauwerktrenner/Bauwerktrennerin (EFZ)
  • Bauvorarbeiter/Bauvorarbeiterin, Baupolier/Baupolierin (eidg. Fachausweis), Bauführer/Bauführerin (Fachausweis) und Baumeister/Baumeisterin (eidg. Diplom);
  • Baumaschinenführer/Baumaschinenführerin (Ausweis), Kranführer/Kranführerin (Ausweis), Sprengmeister und Sprengfachleute (eidg. Berechtigung), Baustoffprüfer/Baustoffprüferin (Fachausweis), Bautenschutzfachmann/Bautenschutzfachfrau (Fachausweis), Sicherheitsfachkräfte (Ausweis).

Die Rechtsform einer Unternehmung hat grundsätzlich keinen Einfluss auf die Unterstellung unter den BBF Bau. GmbHs, Aktiengesellschaften usw. unterstehen dem BBF Bau, sofern sie den Geltungsbereich erfüllen.

Einpersonenbetriebe, also selbständig erwerbende Alleinunternehmer, die keine Mitarbeitende beschäftigen, unterstehen dem BBF Bau, wenn deren Inhaber einen formalen Abschluss (z.B. eidg. Fähigkeitszeugnis EFZ) gemäss dem persönlichen Geltungsbereich (siehe 2. Frage) besitzen. Diese Betriebe entrichten ausschliesslich den Grundbeitrag, sie zahlen keinen Mitarbeiterbeitrag.

Einpersonenbetriebe in vorstehendem Sinne, deren Inhaber keinen formalen Abschluss besitzen, sind nicht beitragspflichtig.

 

Die Unterstellung BBF Bau erfolgt über den Hauptsitz. Die Zweigniederlassungen und Filialen werden über den Hauptsitz erfasst. Die Betriebsteile müssen im Online-Formular der Selbstdeklaration erfasst werden. Der Grundbeitrag wird nur für den Hauptsitz fällig.

 

Einpersonenbetriebe, d.h. selbständig erwerbende Alleinunternehmer, die keine Mitarbeitende beschäftigen, deren Inhaber keinen formalen Abschluss besitzen, sind nicht beitragspflichtig, sie zahlen weder Grundbeitrag noch Mitarbeiterbeitrag.

Für die folgenden Mitarbeitenden müssen keine Mitarbeiterbeiträge (Personenmonate) entrichtet werden:

  • Personen in einem Lehrverhältnis
  • Branchenfremde Berufe (vgl. Art. 5 Reglement BBF BAU)
  • Kaufmännisches Personal
  • Reinigungs- und Kantinenpersonal

Ja, Mitarbeitende in Teilzeit sind dem BBF Bau unterstellt.

 

Mitglieder des SBV müssen keine gesonderten Beiträge an den BBF Bau entrichten, weil diese bereits mit der Entrichtung des SBV-Mitgliedbeitrages abgegolten sind.

Als Teilmitglieder SBV werden jene Betriebe eingestuft, von denen manche Betriebsteile kein Mitglied beim SBV sind, die aber dennoch dem BBF Bau unterstehen. Beispielsweise kann eine Filiale eines Konzerns aus dem Bauhauptgewerbe nicht Mitglied beim SBV sein, aber sie untersteht dem BBF Bau. Der Konzern müsste für diese Filiale Beiträge an den BBF Bau entrichten.

Diese Differenz müssen die Teilmitglieder an den BBF Bau entrichten. In dem Sinne zahlen Teilmitglieder des SBV einen gesonderten, reduzierten Beitrag an den BBF Bau. Dafür müssen Sie dem BBF Bau nur Angaben zu jenen Mitarbeitern machen, für welche sie keine Mitgliederbeiträge an den SBV entrichtet haben. Für diese Mitarbeiter sind die Differenzbeiträge geschuldet.

 

Mischbetriebe sind Betriebe, die zusätzlich zum BBF Bau auch Berufsbildungsfonds anderer Branchen unterstehen. Mischbetriebe müssen Beiträge an den BBF Bau entrichten. Sie erhalten aber unter Umständen eine Reduktion auf ihren Beitrag an den BBF Bau. Die hierfür notwendigen Angaben werden über die Selbstdeklaration ermittelt.

Für das Deklarationsjahr 2022 müssen Mischbetriebe den vollen Grundbeitrag an den BBF Bau bezahlen. Eine Ausnahme bilden Mischbetriebe, die auch dem Holzbau unterstehen, sie zahlen nur den halben Grundbeitrag für den BBF Bau.

Der Mitarbeiterbeitrag und die zugehörigen Personenmonate hingegen beziehen sich ausschliesslich auf jene Mitarbeiter mit branchentypischen Tätigkeiten und Berufen gemäss dem persönlichen Geltungsbereich des BBF Bau.

Sie müssen für den BBF Bau nur jene Mitarbeiter deklarieren, die für das Bauhauptgewerbe typische Tätigkeiten ausüben. Für Mitarbeiter mit branchenfremden Tätigkeiten wie etwa Maler, Gipser, Gärtner usw. müssen keine Beiträge an den BBF Bau entrichtet werden.

Unterstellung Holzbau

Mischbetriebe, die auch dem BBF Holzbau unterstehen, erhalten eine 50%-Reduktion des Grundbeitrags gemäss der «Vereinbarung zwischen dem BBF Holzbau und dem BBF Bau zur Regelung Beitragserhebung bei Mischbetrieben».

Unterstellung Berufsbildungsfonds Boden BFB (Boden Schweiz und Interessensgemeinschaft Schweizer Parkettmarkt ISP)

Betroffene Mischbetriebe werden gemäss dem Prinzip der Tarifeinheit entweder vollständig dem BBF Bau oder vollständig dem BFB zugeordnet. Damit entsteht keine Entrichtung von Leistungen an zwei Fonds.

Gemäss der «Abgrenzungsvereinbarung zum betrieblichen Geltungsbereich bei den Bildungsfonds zwischen SBV und Boden Schweiz» gibt es keine Reduktion des fixen Betriebsbeitrages. Zu Abgrenzungszwecken müssen die betroffenen Mischbetriebe die Unterstellung beim BFB im Online-Formular zur Selbstdeklaration für den BBF Bau erfassen.

Unterstellung andere Berufsbildungsfonds

Weitere Abgrenzungsvereinbarungen mit weiteren Berufsbildungsfonds sind in Arbeit. Diese Vereinbarungen sollen eine Reduktion des Grundbeitrags ab dem Deklarationsjahr 2023 für Mischbetriebe, die auch anderen Berufsbildungsfonds unterstehen, ermöglichen.

 

Wir benötigen bitte die Gesamtanzahl der Betriebsteile in Ihrem Unternehmen. Etwas vereinfacht ausgedrückt: ein Betriebsteil erbringt eine Leistung am Markt, er wäre aber ohne andere Betriebsteile nicht wirtschaftlich selbstständig.

Ein Betriebsteil ist definiert als eine organisatorische Leistungseinheit, der die wirtschaftliche Selbständigkeit fehlt. Ein Betriebsteil ist wirtschaftlich selbstständig, wenn a) einzelne Arbeitnehmende dem Betriebsteil genau zugeordnet werden können und damit eine eigene organisatorische Einheit bilden; wenn b) die Arbeiten im branchenfremden Betriebsteil im Rahmen der übrigen Tätigkeiten des Unternehmens nicht bloss hilfsweise erbracht werden; wenn c) der branchenfremde Betriebsteil als eigenständiger Anbieter auf dem Absatzmarkt auftritt; wenn d) einzelne Betriebsteile von aussen als solche erkennbar sind.

 

Falls Sie der Meinung sind, dass Ihr Betrieb nicht dem BBF Bau unterstellt ist, können Sie sich bei der Geschäftsstelle des BBF Bau melden.

Wird eine Beitragsverfügung erlassen, können Sie eine Einsprache dagegen beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erheben.

 

Alle Betriebe, die dem BBF Bau unterstellt sind, erhalten im Dezember eine Aufforderung zur Selbstdeklaration per Post. Sie haben bis Ende Januar Zeit, die Selbstdeklaration mittels Online-Formular einzureichen. Nach der Einreichung der Selbstdeklaration erhalten Sie eine Rechnung.

Wer die Frist für die Selbstdeklaration nicht einhält, erhält im Februar eine Erinnerung per Post. Falls nach weiteren 15 Tagen keine Selbstdeklaration eintrifft, wird der Betrieb taxiert, das heisst, der BBF Bau schätzt den Rechnungsbetrag für den Betrieb und stellt sie ihm in Rechnung.

Falls ein Betrieb trotz Taxation und/oder Zahlungsmahnung den ausstehenden Beitrag nicht begleicht, wird die Betreibung eingeleitet.

 

Für die Berechnung des Beitrags muss jeder unterstellte Betrieb Angaben zur Firma, Kontaktdaten und Angaben zur Ausbildung seiner Mitarbeitenden machen (Selbstdeklaration).

Die Selbstdeklaration erfolgt ausschliesslich über dieses Online-Formular.

 

 

Jeder dem BBF Bau unterstelle Betrieb ist verpflichtet, einen jährlichen Beitrag an den BBF Bau zu entrichten (Art. 10 Reglement BBF Bau). Der Beitrag setzt sich zusammen aus einem jährlichen Grundbeitrag pro Betrieb und einen Mitarbeiterbeitrag für die Personenmonate.

13.1. Wie hoch ist der Grundbeitrag?

Die dem BBF Bau unterstellten Betriebe müssen einen fixen, jährlichen Grundbeitrag bezahlen. Im Deklarationsjahr 2022 beträgt der Grundbeitrag 240 CHF. Ab dem Deklarationsjahr 2023 wird der Grundbeitrag 360 CHF betragen.

Der Grundbeitrag wird nur für den Hauptsitz fällig, selbst wenn sie mehrere Zweigniederlassungen oder Filialen haben.

Selbst wenn Sie dem BBF Bau nur unterjährig (etwa ein paar Wochen oder Monate im Jahr) unterstellt waren, müssen Sie trotzdem den vollständigen Grundbeitrag von 240 CHF bezahlen.

13.2. Wie berechnet sich der Mitarbeiterbeitrag (Personenmonate)?

Zusätzlich zum Grundbeitrag wird für jeden Personenmonat ein Beitrag von1.50 CHF für das Deklarationsjahr 2022 erhoben. Ab dem Deklarationsjahr 2023 wird dieser Beitrag 2.25 CHF betragen.

Der Mitarbeiterbeitrag berechnet sich als das Total aller Personenmonate multipliziert mit 1.50 CHF.

Mit Personenmonat sind alle Monate gemeint, die ein Mitarbeiter im Deklarationsjahr gearbeitet hat.

Wenn ein Mitarbeiter mindestens einen Tag in einem Monat gearbeitet hat, so wird dieser Monat voll gezählt.

Die gearbeiteten Monate pro Mitarbeiter sind pro rata in der Selbstdeklaration zu erfassen, hierfür trägt der Betrieb die Verantwortung.

 

Beispiel Berechnung

 

Das Unternehmen BeispielBau AG war im Jahr 2022 dem BBF Bau von Januar bis März unterstellt. Der Grundbeitrag beträgt für die BeispielBau AG 240 CHF.
Die BeispielBau AG beschäftigt zwei Mitarbeiter im Bauhauptgewerbe. Beide Mitarbeiter haben jeweils im Januar, Februar und März gearbeitet. Je Mitarbeiter ergeben sich damit 3 Monate, und damit im Total 6 Personenmonate. Für jeden Personenmonat entrichtet die BeispielBau AG 1.50 CHF, also 6 Personenmonate x 1.50 CHF = 9.00 CHF.

 

Der gesamte Beitrag der BeispielBau AG berechnet sich damit wie folgt:
Grundbeitrag                                                                        240 CHF
+ Mitarbeiterbeitrag (Total 6 Personenmonate)                    9 CHF
= Gesamtbetrag                                                                   249 CHF

 

Falls Sie die Selbstdeklaration nicht fristgerecht einreichen, hat dies eine Mahnung zur Folge. Die Mahnung fordert Sie erneut zur Eingabe der Selbstdeklaration auf, wofür Sie 15 Tage Zeit ab Mahnungsdatum haben. Falls Sie auch diese Frist ungenutzt verstreichen lassen, so folgt in einem nächsten Schritt eine Taxation.

Taxation bedeutet, dass der BBF Bau Ihnen pauschal einen Taxationsbeitrag in Höhe von 259.50 CHF ( = 173 Personenmonate à 1.50 CHF) in Rechnung stellt.

Der Taxationsbetrag wird zusätzlich zum Grundbeitrag von 240 CHF erhoben. In jedem Fall wird ausserdem noch eine Umtriebsentschädigung in Höhe von 50 CHF fällig (Art 1 Anhang zum Reglement BBF Bau).

Demnach würde ein Unternehmen im ersten Jahr mit fehlender Selbstdeklaration beitragspflichtig in der Höhe eines Gesamtbeitrages von 240 CHF + 259.50 CHF + 50 CHF = 549.50 CHF.

Der Taxationsbeitrag ist ausserdem dynamisch. Für jedes Vorjahr, in welchem das Unternehmen bereits taxiert wurde, erhöht sich der Taxationsbeitrag jeweils um einen Faktor von 1.5. Im ersten Jahr ohne Selbstdeklaration beträgt der Taxationsbeitrag 259.50 Franken, im zweiten Jahr 389.25 Franken, im dritten Jahr 583.88 Franken usw.

 

Ein Betrieb hat die Möglichkeit, die Selbstdeklaration auch noch nach erfolgter Taxation einzureichen. In diesem Fall wird dem Betrieb der Taxationsbeitrag erlassen und der Gesamtbeitrag wird basierend auf den nun gemeldeten Personenmonaten neu berechnet. Der BBF Bau lässt Ihnen eine neue Rechnung zukommen.

Aufgrund des bereits angefallenen Aufwands wird die Umtriebsentschädigung in Höhe von 50 CHF weiterhin in Rechnung gestellt.

Falls weder eine Selbstdeklaration noch eine Zahlung innert 30 Tagen nach Taxationsrechnungsdatum erfolgt, so hat der SBV als Träger des BBF Bau das Recht, eine Betreibung gegen den Betrieb einzuleiten sowie eine Beitragsverfügung zu erlassen.