BIM in der Praxis: Vom Hype zur Realität „Ein Modell, das die Welt verändert.“ Es war ein Moment, der alles veränderte. Nicht laut. Kein Knall. Kein grosser Auftritt. Einfach nur ein Raum. Ein Modell. Und plötzlich sahen alle klar. Dienstag, 27.5.2025 | 06:05 ... Schweizerischer Baumeisterverband Bildung Bauberufe BIM in der Praxis: Vom Hype zur Realität „Ein Modell, das die Welt verändert.“Es war ein Moment, der alles veränderte. Nicht laut. Kein Knall. Kein grosser Auftritt. Einfach nur ein Raum. Ein Modell. Und plötzlich sahen alle klar.„Da gingen mir die Augen auf“, sagt Felix, Bauingenieur und BIM-Experte bei Implenia. Er erinnert sich an diesen Tag, als die Pläne nicht mehr reichten. Als die zweidimensionalen Linien an ihre Grenzen stiessen. Und dann lag es vor ihnen: das erste digitale Modell. Roh. Unperfekt. Und doch stärker als jede Skizze zuvor.Die Diskussionen im Raum? Plötzlich schneller. Klarer. Zielgerichteter. Der Bauherr nickte. Die Planer verstanden. Die Bauleiter zeigten mit dem Finger: „Da. Genau da liegt das Problem.“ Es war, als hätten alle endlich dieselbe Sprache gesprochen. Sie hiess BIM.Doch der Weg dahin war kein Spaziergang. „Wir sind durchs Tal der Tränen gegangen“, sagt Felix. Grosse Versprechen. Noch grössere Enttäuschungen. „BIM wird alles revolutionieren“, hiess es. Aber die Realität war härter. Schnittstellenprobleme. Datenchaos. Skepsis. „Wir mussten lernen, was nicht funktioniert. Genau daraus haben wir unsere Stärke gezogen.“Heute? Wir sind auf dem Pfad der Erleuchtung. Felix Stauch Head of BIM Civil Engineering Implenia Kein blinder Hype mehr. Sondern echte Lösungen. Greifbare Vorteile. Wie bei der Überdachungen Zürich Schwamendingen. Ein komplexes Bauprojekt. Limitierter Platz. Straffer Zeitplan. Früher hätten Pläne gereicht.Heute war klar: Das geht nur dreidimensional.„Das Modell wurde zum Spielfeld“, erzählt Felix. Sie planten nicht nur den Bau. Sie spielten ihn durch. Wie Lego. Jeder Träger. Jeder Handgriff. Alles simuliert. Wo lagern wir die Bauteile? Wie vermeiden wir Kollisionen? Welcher Träger muss zuerst? Fragen, die sonst Wochen gekostet hätten, lösten sie mit einem Klick.Und der grösste Gewinn? „Fehlervermeidung.“ Kein Material falsch abgeladen. Kein Träger blockiert. Keine Überraschungen am Morgen. „Alle sahen dasselbe Bild. Keiner konnte mehr aneinander vorbeireden.“Natürlich gab es Stolpersteine. Technische Hürden. Menschliche Barrieren. „Zusammenarbeit muss man wollen“, betont Felix. Doch wenn sie gelingt, „dann fällt die alte Streitkultur. Und es entsteht echtes Teamwork.“BIM ist also nicht tot. Es ist lebendig. Gewachsen. „Früher war es ein Buzzword. Heute ist es Alltag.“ Kein Selbstzweck. Kein Showeffekt. Einfach ein Werkzeug, das den Bau verändert.Und was rät Felix denen, die noch zögern? „Einfach machen. Probieren geht über Studieren. Setzt euch ins nächste Meeting. Öffnet ein 3D-Modell. Ihr werdet sehen, wie viel klarer die Diskussionen werden.“Vielleicht braucht es manchmal keinen grossen Knall. Keine Revolution. Manchmal reicht ein kleiner Moment der Klarheit. Ein Modell, das mehr zeigt als tausend Worte.Und genau dann beginnt Zukunft. 🎧 Hör dir jetzt die neueste Folge vom BauTechTalk an: Über den Autor Mario Sülz mario.suelz@baumeister.ch Artikel teilen
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