Die Bauherrschaft sollte regelmässig auf der Baustelle sein Der Bauunternehmer zeichnet sich durch Eigeninitiative und Belastbarkeit aus. Er ist auf einer Baustelle aber auch von anderen Akteuren abhängig. Wo sieht er Verbesserungspotenzial bei der Zusammenarbeit oder bei Partnerschaften? Montag, 15.9.2025 | 06:00 ... Schweizerischer Baumeisterverband News Die Bauherrschaft sollte regelmässig auf der Baustelle sein Der Bauunternehmer zeichnet sich durch Eigeninitiative und Belastbarkeit aus. Er ist auf einer Baustelle aber auch von anderen Akteuren abhängig. Wo sieht er Verbesserungspotenzial bei der Zusammenarbeit oder bei Partnerschaften? Georg Gasser, Geschäftsführer L. Gasser & Co. AG, Zürich (ZH)Partnerschaften streben wir nicht nur unter unseren Partnern wie EWZ, Energie 360° und der Wasserversorgung der Stadt Zürich an, sondern auch mit unseren privaten Kunden, unseren Zulieferern und unseren Mitarbeitern. Wir sind überzeugt, dass mit Partnerschaften die Arbeitsabläufe schneller und für alle gewinnbringender umgesetzt werden können.Optimierungspotenzial bei der Zusammenarbeit auf den Baustellen sehe ich vor der Ausführung, indem Ausschreibungen schon so erstellt werden, dass realistische Mengen und Ausführungszeiten berücksichtigt und keine stillen Reserven offeriert gelassen werden, die nie umgesetzt werden sollen. Während der Ausführung sollte zudem ein offener laufender Austausch zwischen Bauleitung und ausführender Unternehmung bestehen, ohne Vorwürfe aber mit Geständnis von Fehlern. Weiter ist es wichtig, dass man unter Unternehmern auf der gleichen Baustelle, die Synergien nutzt und sich keine Steine in den Weg legt. Die Behörden müssten uns ausserdem die Arbeitsausführung durch Verkehrsmassnahmen oder flexiblere Arbeitszeiten ermöglichen und die Gewerkschaften uns erlauben, bei Arbeitsmöglichkeit, die Plusstunden noch weiter als bisher erlaubt zu erfassen und bei schlechten Arbeitsverhältnissen wie Regen, Schnee, extremer Hitze den Stundenabbau entsprechend vorzunehmen. Auch dies erachte ich als eine gelebte Partnerschaft.Ruedi Ehrensperger u. Markus Weibel, Geschäftsführung bei Jäggi + Hafter AG, Zürich u. Regensdorf (ZH)Aufgabenstellungen und Bauprobleme sollten von allen Projektbeteiligten vermehrt vor Ort besprochen und gelöst werden, um die Termine einzuhalten und zu optimieren. Eine frühere Einbindung der Unternehmer, etwa durch IPD-Modelle. wäre auch wünschenswert. Denn aggressives Nachtragsmanagement verlagert den Fokus vom Objekt aufs Finanzielle. Zudem sollte die Bauherrschaft oder Vertreter davon regelmässig auf der Baustelle sein.Groupe vaudois des entreprises de maçonnerie et de génie civil, Waadtländer Baumeisterverband (FVE), Tolochenaz (VD)Weil die Projekte so komplex sind, ist es unerlässlich, dass Bauherrschaft, Bauleitung und Unternehmen von Projektbeginn an eng zusammenarbeiten. Schliesslich gibt es jede Menge Aspekte, die den reibungslosen Ablauf der Arbeiten erschweren können: unklare Erwartungen, Diskrepanzen zwischen Studien und Ausführung, Silodenken. All das kann zu Spannungen, Verzögerungen und Mehrkosten führen. Unser Ziel ist es, auch durch den gezielten Einsatz von Technologie und Schulungen, sämtliche Akteure von gemeinsamer Verantwortlichkeit, absoluter Transparenz und vorausschauender Planung zu überzeugen. Von der Konfrontation hin zur Ko-Konstruktion.Joan Rittiner, Bauführer und Leiter Sicherheit & Umwelt, Epiney Construction SA, Siders (VS)Mit klarer Kommunikation, sauber abgegrenzten Zuständigkeiten und dem Einsatz des 3D-Modells für unsere GPS-gestützten Bagger können wir Abläufe reibungsloser gestalten, Konflikte minimieren und vor Ort für echte Synergieeffekte sorgen. Vor allem wollen wir zwischen den internen Teams, den Auftragnehmern und Subunternehmern eine Kultur aktiver Zusammenarbeit verankern.Urs Gachnang, Geschäftsleiter Jak. Scheifele AG, Zürich (ZH)Trotz gutem Fachwissen und Einsatzbereitschaft fehlt es auf vielen Zürcher Baustellen noch an klarer Koordination und abgestimmter Kommunikation. Schnittstellenprobleme und Doppelspurigkeiten kosten Zeit und Geld. Viele Planer zeigen zudem wenig Bereitschaft, Varianten zu prüfen – schlicht weil der Aufwand im Honorar nicht abgedeckt ist. Das führt zu suboptimalen Lösungen, unnötigen Nachträgen und Frust auf der Baustelle.Marcel Tanner, Inhaber / Geschäftsführer Gasser AG, Feuerthalen (ZH)Seitens Planer gibt es Optimierungspotenzial. Während sich die Unternehmer meist untereinander verstehen, überblicken die Planer die Schnittstellen nicht. Deshalb werden die Bauunternehmer zu spät ins Boot geholt, um gute Lösungen zu finden.Tino Brandenberger, Geschäftsführer Brandenberger Bau AG, Flaach (ZH)Ich sehe im Bereich der Arbeitssicherheit grossen Bedarf, was die Pflichten des Bauherrn angeht. Aktuell ist sie vielmals ein Kostenpunkt, der wegen dem extrem hohen Preisdruck möglichst eingespart werden möchte. Somit ist ein Unternehmer, der die Vorschriften einhält, vielfach bereits teurer. Da müssten die Arbeitssicherheitsmassnahmen für alle gleich gelten, am besten durch ein NPK-Kapitel, in dem die Preise fixiert sind und der Bauherr die Pflicht hat das Kapitel auszuschreiben. Kollektivschutz gilt jetzt schon für alle, wird jedoch über den Baumeister delegiert.Weiter ist die Regelung mit dem Arbeitszeitkalender eine Herausforderung. Die Verschiebung der Periode hat keinen Nutzen gebracht und sollte wieder rückgängig gemacht werden. Bei den Überstunden wäre man flexibler, wenn man diese übertragen könnte. Da man sonst meist keinen Puffer mehr hat für Schlechtwettertage, usw.Auch die Maurer-Ausbildung ist optimierbar. Die Lernenden sollten während der Lehrzeit mehr Kurse absolvieren können, so dass sie nach Abschluss der Lehre die nötigen Ausbildungen für Ihre berufliche Laufbahn haben (Baggerkurse, Stapler, Höhensicherung, Anschlagen von Lasten usw.). Über den Autor Pascal Gysel pascal.gysel@entrepreneur.ch Artikel teilen
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Donnerstag, 12.3.2026 Arbeitgeberpolitik & Recht | Arbeitssicherheit | Bauberufe | Bildung | Der SBV | News | Politik & Medien LMV 2026: Zeitgemässer Anhang 10 für den Untertagbau Auch den Untertagbau beschäftigt die Fachkräftesituation: Eine Umfrage bei den im Untertagbau tätigen Unternehmungen hat gezeigt, dass gut die Hälfte...