Die Bauidylle auf dem Land? Dienstag, 18.3.2025 | 06:00 ... Schweizerischer Baumeisterverband Politik & Medien Agenda 125.0 Die Bauidylle auf dem Land? Kann im Gegensatz zu urbanen Gebieten in ländlichen Gegenden sorgenfrei und komplett ohne Herausforderungen gebaut werden? Mitnichten!Die Umsetzung von Bauprojekten ist in städtischen Gebieten aufgrund ständigen Platzmangels und hohen Frequenzen aller Verkehrsarten und Fussgängerströmen eine stetige Herausforderung und einfachste Bauprozesse werden in der Abwicklung rasch komplex. Demgegenüber verlangt das Bauen in ländlichen Gebieten andere Kompetenzen, um mit spezifischen Gegebenheiten umzugehen.Faktor Erschliessung von BauplätzenZufahrten sind in Breite und Tragfähigkeit für schwere Transporte vielfach ungenügend dimensioniert und fehlen ab und an komplett. Transportwege sind daher beschwerlich und in der Regel auch sehr weit, die Just in Minute Lieferung wird damit zur Herausforderung. Bei der Baustellenver- und -entsorgung mit Strom und Wasser kann nur in seltenen Fällen auf eine gut ausgebaute Infrastruktur zugegriffen werden und muss über weite Distanzen an die Baustelle geführt werden. Nicht einfach eine Selbstverständlichkeit ist auch der Empfang von Mobilfunk, was die Kommunikation erschwert.Faktor FachkräfteIn schwach besiedelten Gebieten und abgeschlossenen Tälern kann ein Unternehmer auf weniger Fachkräfte zurückgreifen. Immerhin dürfte die Loyalität zum Betrieb besser sein als anderswo, genügend fähige Hände bei tiefen Bevölkerungszahlen zu finden, ist aber dennoch schwieriger. Diesem Umstand trägt auch nicht bei, dass in höher gelegenen Gegenden ein durchgehender Jahresbetrieb aufgrund der Wintermonate nicht möglich ist und mit den Arbeitnehmenden einvernehmliche Lösungen für eine Ganzjahresbeschäftigung gesucht werden müssen.Faktor Kosten und AuslastungAlle genannten Gegebenheiten treiben die Kalkulation des Werkpreises in allen Kostenelementen in die Höhe. Da die Bauvolumen in der Regel tiefer und volatiler sind als in Ballungszentren, wird die Suche nach genügend Auslastung, vor allem in Konkurrenz mit Unternehmungen aus Gebieten mit milderem Klima, zur Daueraufgabe. Dies führt zur Reaktion, dass in den Wintermonaten Auslastung in städtischen Gebieten gesucht wird, was wiederum dort zu einem höheren Marktdruck führt.Egal wo Bauprojekte entstehen, führen ortsspezifische Ausgangslagen zu entsprechenden Herausforderungen, mit welchen alle Unternehmen umgehen müssen. Ein gegenseitiger Respekt betreffend ihren spezifischen Aufgabestellungen ist zwischen Stadt- und Landunternehmer daher durchaus angebracht.Adrian MeerPräsident Berner Baumeister Über den Autor Schweizerischer Baumeisterverband kommunikation@baumeister.ch Artikel teilen
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