Die Haut vergisst nicht

Die Sonne macht sich in diesem Sommer rar. Trotzdem ist ein konsequenter Sonnenschutz auch derzeit wichtig, weil Wolken nicht vor der UV-Strahlung schützen. Personen, die draussen arbeiten, sind ansonsten einem höheren Risiko ausgesetzt, Hautschäden oder gar Hautkrebs zu bekommen. Darum lohnt sich der regelmässige Griff zur Sonnencremetube. 

 

Die Sonne ist unsere Freundin – und unsere Feindin. Einerseits ermöglicht sie das Leben auf der Erde, andererseits können ihre UV-Strahlen gesundheitsgefährdend sein. In der Schweiz erkranken jedes Jahr

25 000 Personen an hellem Hautkrebs. 1000 dieser Personen haben sich die Erkrankung berufsbedingt zugezogen. Gefährdet sind Personen, die viel Zeit an der Sonne verbringen, beruflich oder in der Freizeit. Die gute Nachricht ist: Die Prävention ist sehr einfach, mehrmals täglich eine Sonnenschutzcreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor aufzutragen genügt. Wer dies nur am Morgen tut, sorgt für keinen ausreichenden Schutz vor UV-Strahlung, denn jedes Mal, wenn man sich ins Gesicht greift, wischt man ein wenig der Creme weg. «Beim Eincremen ist es wichtig, die Ohren nicht zu vergessen», betont Roland Krischek, Strahlenschutzexperte bei der Suva. «Die Ohren sind exponiert und daher besonders gefährdet, Hautkrebs zu bekommen», führt er aus. Heller Hautkrebs ist weniger gefährlich als der schwarze Hautkrebs, der schnell metastasiert und tödlich sein kann. Er muss allerdings grosszügig weggeschnitten werden. Bei den Ohren bedeutet das, dass sie teilweise sogar amputiert werden müssen. «Der Nackenschutz, den die Suva empfiehlt», erläutert Krischek, «deckt die Ohren ab und sorgt so für einen weiteren Schutz. Und an sehr heissen Tagen kann man den Nackenschutz befeuchten, für einen willkommenen Kühleffekt.»

Einmal ist einmal zu viel 

Krischek betont: «Die Haut vergisst nicht.» Das bedeutet, dass ein Zuviel an Sonne irreversible Schäden im Inneren der Haut verursacht, ohne dass man das sehen kann. Die Schäden sind aber dennoch da und können nicht mehr repariert werden. Die Suva macht sie mittels einer speziellen Kamera sichtbar. Summieren sich die Schäden, kann das zu hellem Hautkrebs führen. Dieser wiederum begünstigt die Entstehung des sehr gefährlichen schwarzen Hautkrebs, Einmal einen Sonnenbrand zu bekommen, resümiert Krischek, ist einmal zu viel.

Allerdings leidet die Haut auch, wenn sie nicht rot wird. Krischek betont: «Wolken halten die UV-Strahlen nicht ab. Deshalb sollte man sich auch bei einem bewölkten Himmel immer gut eincremen.»

Je nach Hauttyp 

Der Sonnenschutzexperte der Suva meint, je nach Hauttyp reagiere man empfindlicher auf die Sonne. «Für jemanden mit einem hellen Hauttyp können auch zehn Minuten in der Sonne ohne einen Sonnenschutz zu viel sein.» Vitamin D bekomme jemand, der draussen arbeitet, genug, das sei kein Grund, mal die Sonnencreme wegzulassen. Was die Haut zusätzlich schützt ist die Kleidung. «Da sollte man es den Bewohnerinnen und Bewohnern von sehr sonnenexponierten Ländern gleichtun. Diese tragen eine traditionelle Kleidung, die den ganzen Körper bedeckt.» Kleidungsstücke wie das T-Shirt auszuziehen sei deshalb ein No-Go. Er empfiehlt darum auch das Tragen eines Nackenschutzes.

Schatten und Uhrzeit beachten 

Je nach Uhrzeit sei die Sonne weniger oder mehr aggressiv. «Es empfiehlt sich, wenn möglich, Arbeiten nach dem Mittag im Schatten zu verrichten. Aber ich weiss, dass das nicht immer geht.»

Eine andere Möglichkeit ist es, Arbeiten morgens nach vorne zu verlegen und bereits um 6 Uhr zu beginnen. Die Behörden und die Gewerkschaften sollten, der Gesundheit zuliebe, solche Lösungen mit flexiblen Arbeitszeiten nicht torpedieren.

Die BfA hat eine Kampagne, die die Bedeutung des Sonnenschutzes auf der Baustelle herausstreicht, lanciert. Mehr Informationen gibt es hier.

 

 

 

 

 

Über den Autor

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Susanna Vanek

Redaktorin

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