Doppelt so schnelle Mengenermittlung

Gregor Vogt, diplomierter Baumeister und Geschäftsführer der Vogeba GmbH erläutert, welche Vorteile BIM für die Mengen- und Massenermittlung mit sich bringt.

 

«In der Kalkulation liegt der grosse Vorteil einer modellbasierten Bauweise ganz klar in der Effizienz der Mengenermittlung», sagt Gregor Vogt. Der diplomierte Baumeister hat sich 2019 für die Selbständigkeit entschieden und unterstützt seither Planer und Bauunternehmen als freiberuflicher Bauleiter und -führer. «Die Modelle werden nicht ausgemessen, sondern ausgewertet. Da die Mengeninformationen (Länge, Breite, Höhen, Flächen, Kubaturen, etc.) inklusive die Materialisierung im Modell eingepflegt wurden können wir diese über das Tool auswerten.» Wichtig sei die Kontrolle, ob die Mengen richtig gerechnet respektive im Modell eingepflegt wurden, meint Vogt.

«Diese Modelle können heute auch in den Bauadministrationssoftwaren mit den NPK-Positionen verknüpft werden», sagt Vogt. Der grosse Vorteil dieser Arbeitsweise sei die Nachvollziehbarkeit der Mengen. Der Kalkulator sehe mit der Aktivierung der Position welche Bauteile kalkuliert werden.

Die Verwendung von BIM bringe eine Zeitersparnis mit sich: «Für die Modellaufbereitung, Mengenverknüpfung im mySORBA und eine entsprechende Überprüfung benötie ich circa 20 Arbeitsstunden oder 2,5 Arbeitstage. Eine konventionelle Mengenüberprüfung anhand 2D Plänen inklusive Auswertung nimmt schätzungsweise 4 bis 5 Arbeitstage in Anspruch. Allerdings ist in diesem Fall das Bauwerk weder verknüpft noch ist ersichtlich, woher genau die Mengen kommen», so Vogt.

 

Änderungen werden angezeigt

Nach der Bauausführung könne das Submissionsmodell mit dem Ausführungsmodell abgeglichen werden und so transparent die Änderungen inklusive den genauen Mengen aufgezeigt werden. «Bei Pauschalverträgen führen Mehr- und Minderleistungen oft zu Diskussionen. Mittels einer Modellauswertung können die Mengen schnell überprüft werden um festzustellen, ob sie noch mit dem Ausführungsmodell übereinstimmen.»

In der Ausführung sei die modellbasierte Mengenermittlung auf Etappengrösse für den Polier eine grosse Hilfe, findet Vogt. «Die genauen Mengen wie die Kubikzahl des Mauerwerk sowie dem Akustiklager unter dem Mauerwerk kommen direkt aus dem Modell.» So würden auch die Betonmengen inklusive der richtigen Sortenangaben direkt aus dem Modell genommen. «Dies hat den grossen Vorteil, dass die Betonmengen beim Werk richtig bestellt und terminiert werden.

Heute wird die Betonmenge oft geschätzt und die Betonierzeit reserviert. Durch die ungenauen Bestellungen kann das Betonwerk die Lieferungen nicht optimal planen, da die effektiven Bestellmengen oft einen Tag vor dem Betoniervorgang genau gerechnet und dem Lieferwerk mitgeteilt werden. So kann das Lieferwerk die genauen Lieferungen nur schlecht planen und mietet allfällig Fahrzeuge ein oder sagt Aufträge ab respektive verschiebt Betoniertermine.» Auch der Umweltschutz profitiere, da die Mengen ohne Restbeton bestellt würden, was zu einer Reduktion des Abfalls führe.

 

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Über den Autor

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Susanna Vanek

Redaktorin

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