Drei Partner und ein Brückenschlag

Zusammen zum Erfolg, das war das Motto der drei Partner Implenia, Meier+Jäggi und Rothpletz Lienhard beim Bau der neuen Aarebrücke «Pont Neuf» in Aarau.

 

Die drei Partner Implenia Schweiz AG (Aarau), Meier+Jäggi AG (Zofingen) und Rothpletz Lienhard + Cie AG (Aarau) hatten sich bereits bei früheren, technisch sehr anspruchsvollen und interdisziplinären Bauobjekten zu einer ARGE zusammengeschlossen. Die Projekte konnten als ARGE allesamt erfolgreich abgewickelt werden. Die Zusammenarbeit war für alle Beteiligte positiv. Darum waren alle drei Firmen gewillt, sich beim Projekt «Neubau Kettenbrücke» in Aarau wieder in Form einer ARGE zusammenzuschliessen.

Es wurde eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) gewählt, mit vorgängig vereinbarten Beteiligungen zwischen den drei Partnerfirmen. Das Vorhaben gelang, auch beim Bau der «Pont Neuf» in Aarau wurden äusserst gute Erfahrungen gemacht, trotz der Komplexität des Projektes. «Die drei Partnerfirmen haben sich ideal ergänzt», sagt Projektleiter Fridolin Hess, Implenia. «Das war die Grundvoraussetzung, dass die neue Kettenbrücke in Aarau als Gemeinschaftswerk der ARGE erfolgreich gebaut werden konnte. Das grosse und sehr breit abgestützte ausführungstechnische Knowhow von den einzelnen Partnerfirmen in diversen Arbeitsgattungen konnte in der ARGE äusserst erfolgreich konsolidiert und umgesetzt werden. Damit war es möglich, dass die technisch äusserst anspruchsvollen Arbeiten in den verschiedenen Spezialdisziplinen wie zum Beispiel dem Brückenbau, dem Lehrgerüstbau, dem Wasserbau mit unter anderem Spundwandarbeiten und provisorischen Hilfsjochkonstruktionen, dem Spezialtiefbau mit unter anderem Grossbohrpfähle und Permanentanker sowie dem Erdbau und beim Tief- und Strassenbau von der ARGE erfolgreich abgewickelt werden konnten.»

 

Umsichtig geplant

Die Bauherrin, der Kanon Aargau, ging die Planung der 1949 eröffneten Kettenbrücke mit Bedacht an. Im Jahre 2009 startete er zusammen mit der Stadt Aarau einen Projektwettbewerb. Von der Jury zur Weiterbearbeitung empfohlen wurde das Projekt Pont Neuf von der INGE Pont Neuf, Bauingenieuren Walther Mory Maier Basel und Henauer Gugler Zürich, die Architekten Christ & Gantenbein aus Basel und die Landschaftsarchitekten August Künzel ebenfalls aus Basel. Mit seinen Bogenformen, den Farben war der Brückenentwurf kühn und schwer zugleich. «Der Beton war eine Herausforderung für alle Beteiligte. Es gab mehrere Stufen für die Erarbeitung. Angefangen haben wir mit Betonmuster 50cm x 50 cm, wir erstellten circa 12 Stück. Danach wurde ein Mock Up erstellt, der Erfolg war mässig, dadurch das die Betonrezeptur aus den vorgängigen Versuchen verändert wurde. Mit dem Bau der Hilfsbrücke wurde das Widerlager für Versuchszwecke entfremdet. Die daraus erfolgten Erkenntnisse sind in die Submission eingeflossen. Während dem Bau sind dann nochmal Änderungen der Schalungsbretter durch den Unternehmer vorgeschlagen worden, und zwar Kunststoffbeschichtete Bretter «Securan». Alles in allem war es ein langer Prozess, das Resultat aber ist aus meiner Sicht ein voller Erfolg», meint Roberto Scappaticci, Sektionsleiter Brücken und Tunntel beim Kanton Aargau.

 

Knacknüsse der Ausführung gelöst

Bei diesem Projekt gab es in ausführungstechnischer Hinsicht diverse, sehr anspruchsvolle «Knacknüsse» beziehungsweise Herausforderungen. Hervorzuheben sind beispielsweise die technisch sehr anspruchsvollen Wasserbauarbeiten, und zwar sowohl bei der provisorischen Hilfsbrücke als auch bei den anschliessenden Spundwand- und Lehrgerüstjocharbeiten. Zudem waren die Abbrucharbeiten der alten Stahlbetonbrücke über der Aare, welche durch die lokal ansässige Firma Gebr. Huber AG als Subunternehmerleistung ausgeführt wurden, sehr herausfordernd. Im Weiteren waren sämtliche Sichtbetonarbeiten bei der neuen Brücke aufgrund der äusserst komplexen Brückengeometrie und dem objektspezifisch definierten Schalungsbild für alle -Beteiligten eine ganz besonders grosse «Knacknuss». Die spezielle Brückenbogenform, die ovalen Pfeileröffnungen, die variierende Ausrichtung der Schalung und die stets variierende Flankenneigung bildeten äusserst anspruchsvolle betonbautechnische Herausforderungen, die von der ARGE allesamt erfolgreich gelöst und umgesetzt werden konnten.

Scappaticci betont, Planer, Bauherrin und Ausführende seien in einem stetigen Austausch gewesen und hätten Probleme gemeinsam gelöst. So könne er nun zufrieden sagen: «Das Resultat ist in meinen Augen eine Augenweide.»

 

Über den Autor

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Susanna Vanek

Redaktorin

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