Flexible Arbeitszeiten sind ein Volltreffer

Polier Kevin Thalmann berichtet bei einem TikTok-Dreh über seine positiven Erfahrungen auf dem Bau, insbesondere bei der flexiblen Arbeitszeitgestaltung. «Ich werde stets fair behandelt», sagt er. Ob Schichtzeiten oder Überstundenabbau, das Team wird ein- bezogen. So konnte Fussballfan Kevin zwei Tage frei nehmen, um den FC Luzern in Stockholm zu unterstützen. «Ich musste nur sicherstellen, dass alles reibungslos läuft.» Auch Weiterbildungen werden gefördert. «Mein Chef hat mich ermutigt, Vorarbeiter und später Polier zu werden. Die Firma übernahm alle Kosten.» Die Wertschätzung motiviert ihn: «Wenn man so unterstützt wird, gibt man auch gerne etwas zurück.» Kevins Haltung passt zur Forderung des Baumeisterverbands nach mehr individueller Flexibilität im neuen LMV. Firmenchef Hans Aregger bringt es auf den Punkt: «Wir brauchen kein 150-seitiges Buch, sondern einen schlanken LMV.»

Flexibilität, die zum Leben passt

Wenn die Baumeister in den Verhandlungen einen schlanken LMV vorschlagen, dann haben sie für alle auf dem Bau mehr Freiheit bei der Gestaltung der Arbeitszeit im Fokus. Die Baumeister setzen sich für ein modernes Arbeitsumfeld mit mehr Eigenverantwortung und Flexibilität ein, von dem Baustellenpersonal und Bauunternehmen gleichermassen profitieren sollen. Entscheidend ist, dass die jährliche Normalarbeitszeit mit 2112 Stunden unverändert bleibt. Neu soll jedoch mehr Spielraum bei der Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeit sowie bei der Einsatzplanung entstehen. Arbeitsstunden, die über oder unter der vereinbarten Wochenarbeitszeit liegen, werden einem Gleitzeitkonto gutgeschrieben oder belastet, wobei der Saldo nach oben und unten begrenzt ist. So bleiben die Arbeitszeiten planbar und ausgewogen. Zeitguthaben können über längere Zeiträume angespart und gezielt eingesetzt werden, zum Beispiel für eine Weiterbildung, Langzeiturlaube oder die Betreuung von Angehörigen. Zudem sollen Betriebsferien, Brückentage und Vorholtage frühzeitig – idealerweise im Vorjahr – geplant und kommuniziert werden, um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privat leben zu ermöglichen. All das erhöht die Attraktivität des Bauhauptgewerbes und sorgt für mehr Flexibilität, die zum eigenen Leben passt.

Faires Lohnmodell ab 2026

Bauarbeitende auf Schweizer Baustellen verdienen europaweit am meisten. Die Baumeister wollen auch künftig die höchsten Mindestlöhne zahlen. Die meisten Mitarbeitenden verdienen mehr als der Mindestlohn. Lohnerhöhungen sollen ab 2026 fairer nach Leistung erfolgen. Lohnanpassungen basieren dann auf Ausbildung, Erfahrung, Verantwortung sowie Firmentreue und nicht mehr auf nationalen Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Bei Einstiegslöhnen ab 5000 Franken braucht es individuelle Kriterien für künftige Anpassungen, um das hohe Lohnniveau für alle zu sichern.

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pic

Schweizerischer Baumeisterverband

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