Gemeinsam für zukunftsfähige Kaderabschlüsse!

Die Umsetzung der neuen Abschlüsse des Bau(stellen)kaders birgt Chancen und Herausforderungen. Bildungsanbieter und Verband tauschen sich regelmässig aus, um diese zu nutzen. Was steht aktuell auf der Agenda?

Die Umsetzung der neuen Abschlüsse des Bau(stellen)kaders birgt Chancen und Herausforderungen. Bildungsanbieter und Verband tauschen sich regelmässig aus, um diese zu nutzen. Was steht aktuell auf der Agenda?

Erneut trafen sich Ende März die Bildungsanbieter der Vorbereitungskurse Bauvorarbeiter/in, Baupolier/in, Bauführer/in und Baumeister/in, des SBV, der Prüfungskommissionen und der Sozialpartner. Gemeinsam und über die Sprachgrenzen hinaus widmeten sich die Akteure den Herausforderungen und Chancen bei der Umsetzung der neuen Abschlüsse und lernten im Austausch von- und miteinander.

Im analytischen Rückblick der Berufsprüfungen konnten Empfehlungen für die Ausrichtung der Vorbereitungskurse abgeleitet und anhand der Musterprüfungen weitere Tipps und Tricks für die Prüfungsvorbereitung abgegeben werden. Eine Anpassung der Vorbereitung und des Kompetenzerwerbs ist erfolgskritisch bei praxisnahen, handlungskompetenzorientierten Prüfungen.

Revidierte HFP Bauführer/in auf gutem Weg

Der neue Bauführerabschluss prüft zukunftsfähige Kompetenzen und findet ab 2026 neu, ähnlich wie der Baumeisterabschluss, als Höhere Fachprüfung statt. Die ETH Zürich begleitet den SBV und die Branche bei diesem Systemwechsel vom Bauführer/in an der Höheren Fachschule zur Höheren Fachprüfung.

Wie sieht die aktuelle Situation aus? Der neuste Bericht der ETH zeigt, dass die Umsetzung der Vorbereitungskurse zwar anspruchsvoll, aber in allen Landesteilen auf gutem Weg ist; alle Akteure sind gefordert – aber auch zuversichtlich und optimistisch.

Weiter ist die Ausbildung insofern gut ausgestaltet, dass gemäss den Rückmeldungen aller Akteure – Bildungsanbieter, Verband, Arbeitgebende und Kursteilnehmende –die Handlungskompetenzen sowohl im Betrieb wie auch im Kurs erworben werden sollen. Diese ausgeglichene Aufteilung des Kompetenzerwerbs wird von allen gewünscht, hat also starken Rückhalt – und entspricht dem tatsächlichen Zustand.

Die Abbildung zeigt die Einschätzungen der Befragten (Organisationen der Arbeitswelt, Bildungsanbieter und Arbeitgeber) dazu, wie viel Prozent der Kompetenzen die HFP-Kandidierenden am Arbeitsplatz tatsächlich erwerben (Rot), und wie viel Prozent sie idealerweise erwerben (Grün), d.h. den Anteil des tatsächlichen und des idealen Kompetenzerwerbs am Arbeitsplatz. Quelle: Renold et al. 2025

 

Die modernisierte Ausbildung gewichtet den Arbeitsplatz als zentralen Lernort, ist also näher an der Praxis. Für die Betriebe bedeutet dies eine einschneidende Veränderung. Dieses neue Modell erfordert bereits während der Ausbildung Engagement seitens Unternehmen: Praxiserfahrung auf der Bauführer-Funktion ist eine Grundvoraussetzung, um an der Prüfung teilnehmen zu können und erfolgreich zu sein. Das Lernen im Arbeitsalltag muss geplant und im Rahmen eines Mentoring-Programmes begleitet werden.

Quelle: ETH Swiss Education Lab 2025 – Eigene Berechnungen basierend auf Boll et al. 2024

 

Eine weitere zentrale Erkenntnis ist die Wichtigkeit des Zusammenspiels aller Lernorte – der Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis, von der Schule hin zum Handeln als Bauführer/in am Arbeitsplatz. Diese Verzahnung der Lernorte ist herausfordernd für die Betriebe und gleichzeitig mit grossen Chancen und Potenzialen verbunden.

Die Veränderungen der modernisierten Ausbildungen sind umfangreich. Die bisherigen Rückmeldungen der Unternehmen lassen die Vermutung zu, dass sie die Betriebe fordern, aber weder über- noch unterfordern. Nun gilt es, die Möglichkeiten und Chancen zu nutzen.

 

Autoren: Curdin Pfister und Franziska Frey

Hilfsinstrumente zur Umsetzung

Die wissenschaftliche Begleitung dient als Frühwarnsystem und zielt darauf ab, die Herausforderungen und Chancen dieser Transformation frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig eröffnen die Erkenntnisse aus den regelmässigen Befragungen der Studierenden, Arbeitgeber, Bildungsanbieter und Organisationen der Arbeitswelt eine ideale Möglichkeit, dass sich die Akteure an einen Tisch setzen, sich austauschen und voneinander lernen. Forschungsprojekte – Professur für Bildungssysteme | ETH Zürich

Informationen zu den Neuerungen und Potenziale der Abschlüsse

Werkzeuge, Tipps und Tricks und Praxisbeispiele, wie die Neuerungen der modernisierten Abschlüsse genutzt werden können.

Über den Autor

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Curdin Pfister

cpfister@baumeister.ch

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