Ihre Meinung: Erfahrung ist wichtig

Bauen am und im Wasser erfordert besondere Sorgfalt, da der Baugrund instabil und veränderlich sein kann, ebenso die Strömungen und Wasserstände.

Bauen am und im Wasser erfordert besondere Sorgfalt, da der Baugrund instabil und veränderlich sein kann, ebenso die Strömungen und Wasserstände.

Markus Marti, Spartenleiter Rammen/Stahlbau Spezialtiefbau, Meier und Jäggi AG

Der Baugrund unter Wasser ist kein statisches Element, sondern ein lebendiges System. Kiesböden sind durchlässig, setzungsanfällig und in Bewegung, vor allem in Fliessgewässern. Was heute tragfähig scheint, kann morgen ausgespült sein. Das unternehmerische Risiko liegt dabei nicht nur im Bau selbst, sondern auch in der Planbarkeit und den möglichen Kostenfolgen bei unvorhersehbaren Veränderungen. Unsere Stärke liegt darin, dass wir von Anfang an mit Eventualitäten rechnen.

Christoph Rüegg, Spartenleiter Wasserbau Kibag

Beim Unternehmer und beim Planer muss die Erfahrung vorhanden sein, um baulichen Risiken im Voraus gut abschätzen zu können. Grundsätzlich gehen wir immer davon aus, dass der Baugrund im oder am Wasser heikler ist. Eine vorgängige Baugrunduntersuchung durch einen fachkundigen Geologen sollte im Rahmen der Projektierung vorgenommen werden. Dies hilft dem Ingenieur, die richtige Baumethode zu wählen und dem Unternehmer, die korrekten Gerätschaften einzusetzen.

Giovanni Volpe, Bauführer, Walo Bertschinger AG, Dietikon (ZH)

Wir sind zurzeit mit Wasserarbeiten in Basel beschäftigt. Da die Grossschifffahrt hier eine hohe Bedeutung, hat, müssen die Rheinhäfen informiert werden. Bei Arbeiten auf- und unter Wasser ist es wichtig, immer den Wasserstand zu beobachten, denn dieser kann sich innert Stunden verändern. Bei Taucharbeiten sind auch die Strömungsverhältnisse nicht zu unterschätzen, denn sie können für Taucher gefährlich werden. Im Sommer gibt es eine zusätzliche Schwierigkeit in Form der unerfahrenen Schwimmer.

Otmar Burchia, Leiter Infrastrukturbau, Aarvia Bau AG, Würenliegen (AG)

Beim Bauen am Wasser ist der Vermeidung von Umwelteinflüssen wie Verunreinigungen durch Stoffe wie Hydrauliköle, Bauchemie oder auch Bauabwasser grösste Aufmerksamkeit zu schenken. Allfällige Ereignisse werden vorher analysiert, Massnahmen in einem Notfallplan festgehalten und das Baustellenpersonal entsprechend geschult. Ebenfalls gilt es, die Schonzeiten der Fischerei einzuhalten. Die Bauabläufe und Baumethoden werden so gewählt, dass die Ausführung möglichst kurzgehalten werden kann.

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