Leitlinien für die digitale Baustelle: Warum klare Regeln heute unerlässlich sind

Die digitale Transformation im Bauwesen schreitet voran. Damit sie sicher, effizient und ethisch bleibt, braucht es verbindliche Leitlinien. Sie geben Mitarbeitenden und speziell Bauführern Orientierung.

Die digitale Transformation im Bauwesen schreitet voran. Damit sie sicher, effizient und ethisch bleibt, braucht es verbindliche Leitlinien. Sie geben Mitarbeitenden und speziell Bauführern Orientierung und stärken die Zukunftsfähigkeit der ganzen Branche. 

Neue Technologien bieten grosse Chancen für die Baupraxis – vom digitalen Bautagebuch bis hin zu KI-gestützten Kalkulationstools. Doch ohne ein gemeinsames Verständnis darüber, welche Tools wie genutzt werden sollen, entstehen Unsicherheiten. Datenschutzverletzungen, fehlerhafte Entscheidungen oder unkritische Übernahmen von KI-Resultaten können schwerwiegende, teils rechtliche Folgen haben. Verbindliche interne Leitlinien schaffen hier Sicherheit und fördern den bewussten Umgang mit digitalen Mitteln. 

Ohne klare Regeln wird Digitalisierung zum Risiko 

Leitlinien zur digitalen Nutzung sollten definieren, welche Tools und Systeme innerhalb der Firma eingesetzt werden dürfen. Dabei ist sicherzustellen, dass keine sensiblen oder vertraulichen Daten in externe Systeme eingegeben werden – insbesondere nicht in frei zugängliche KI-Dienste wie ChatGPT & Co. Ebenso wichtig ist die Förderung eines kritischen Umgangs: Ergebnisse, die von KI-gestützten Programmen geliefert werden, müssen stets überprüft und eigenverantwortlich bewertet werden. Bauführer und Mitarbeitende sollten zudem für mögliche Verzerrungen (Biases) sensibilisiert sein: KI spiegelt oft die Schwächen ihrer Trainingsdaten wider – diese müssen erkannt und berücksichtigt werden. 

Bauführer als Multiplikatoren einer bewussten Digitalisierung 

Gerade Bauführer übernehmen eine zentrale Rolle: Sie sind nicht nur Anwender, sondern auch Vorbilder im Umgang mit digitalen Tools. Klare Leitlinien unterstützen sie dabei, neue Technologien sinnvoll einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig stärken sie das Vertrauen innerhalb des Teams und nach aussen – gegenüber Bauherren, Partnern und Behörden. Wer heute auf fundierte Regeln und transparente Prozesse setzt, schafft die Grundlage für eine glaubwürdige und nachhaltige digitale Transformation. 

Der erste Beitrag der Serie

Der zweite Beitrag der Serie

Cornelia Beutler und Patrick Imboden

oneloop GmbH begleitet Baufirmen bei der Einführung und Anwendung digitaler Lösungen

Analog verwurzelt, digital unterwegs: Das sind Patrick Imboden, Bauführer und Experte für digitales Bauen, und Cornelia Beutler, Kommunikationsspezialistin und Expertin für Digital & AI Literacy. Der Walliser und die Bernerin haben sich im CAS Digital Ethics an der HWZ kennengelernt. Gemeinsam bringen sie jahrzehntelange Erfahrung in der Strategiearbeit, im Projektmanagement und in der Befähigung von Mitarbeitenden mit. Ihr Angebot folgt dem Baukasten-Prinzip und reicht von praxisnahen Inputs bis hin zur umfassenden Transformationsbegleitung – immer mit dem Ziel, Orientierung sowie konkrete Werkzeuge für den Arbeitsalltag bereitzustellen.

www.one-loop.ch

Über den Autor

pic

Schweizerischer Baumeisterverband

kommunikation@baumeister.ch

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