Meilenstein für den Hochwasserschutz

Bei einem Hochwasser könnte die Sihl in der Zürcher Innenstadt schwere Schäden anrichten. Ein Entlastungsstollen, der aktuell gebaut wird, soll Abhilfe schaffen.

Bei einem Hochwasser könnte die Sihl in der Zürcher Innenstadt schwere Schäden anrichten. Ein Entlastungsstollen, der aktuell gebaut wird, soll Abhilfe schaffen.

Es war pures Glück, dass es im Jahr 2005 im richtigen Moment zu regnen aufhörte. Ansonsten wäre die Sihl im Stadtgebiet von Zürich über die Ufer getreten und hätte die Innenstadt samt Hauptbahnhof unter Wasser gesetzt. Aufgrund der enormen Wertekonzentration weist die Stadt Zürich eines der grössten Hochwasserrisiken der Schweiz auf. So wird das Schadenspotenzial bei Extremereignissen auf 6,7 Milliarden Franken geschätzt. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen des Kantons Zürich in der Folge nach Lösungen suchten, um Überschwemmungen der Sihl zukünftig verhindern zu können.

Die Lösung: Ein Entlastungsstollen soll gefährliche Hochwasserspitzen der Sihl direkt in den Zürichsee ableiten und das Zürcher Stadtzentrum so vor Überflutungen schützen. Der Stollen führt unter dem Gattiker Weiher durch den Zimmerberg. Experten gehen davon aus, dass etwa alle 8 Jahre Sihlwasser durch ihn in den Zürichsee strömen wird. Das Bauwerk wird im Auftrag des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) des Kantons Zürich durch die Marti Gruppe gebaut.

Am 26. November 2024 durfte der Zürcher Baudirektor auf den roten Startknopf der Tunnelbohrmaschine drücken. Gespannt warteten in Thalwil zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Marti AG, der Stadt und des Kantons Zürich sowie der Medien auf den Durchstich des Entlastungsstollens. Um 10.14 war es so weit. «Der Durchstich ist ein Meilenstein für den Hochwasserschutz und ein Beweis für die hervorragende Teamarbeit aller Beteiligten», sagt Reto Guglielmana, Baustelleleiter seitens ARGE Marti Entlastungsstollen. Die Tunnelbohrmasche (TBM) mit einem Bohrdurchmesser von 7,45 Metern wurde speziell für die geologischen Bedingungen der Süsswasser-Molasse des Sihlgebietes ausgelegt.

So besitzt die TBM eine hochmoderne Technik mit einem leistungsstarken Schneidrad und ein Antriebssystem von über 3800 kW Leistung. Dank dieser Technologie und der reibungslosen Organisation verschiedener Konzerngesellschaften der Marti-Gruppe sowie weiterer Spezialisten konnten die Arbeiten mit einer grossen Effizienz und Präzision ausgeführt werden. Derzeit wird das Ein- und Auslaufbauwerkt fertig erstellt. Die Arbeiten für das Auslaufbauwerk erfolgen im Zürichsee.

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