Öffentliche Bauaufträgen immer nachhaltiger

Nachhaltigkeit rückt zunehmend ins Zentrum öffentlicher Bauvergaben. Das zeigt jüngste Ausgabe des Vergabemonitor der Schweizer Bauwirtschaft. Doch es gibt gewichtige Unterschiede je nach Landesregion.

Nachhaltigkeit rückt zunehmend ins Zentrum öffentlicher Bauvergaben. Das zeigt jüngste Ausgabe des Vergabemonitor der Schweizer Bauwirtschaft. Doch es gibt gewichtige Unterschiede je nach Landesregion.

Im öffentlichen Vergabewesen läuft ein Paradigmenwechsel. Nicht mehr nur Preis, sondern das vorteilhafteste Angebot, das Qualität, Nachhaltigkeit und soziale Aspekte berücksichtigt, soll erhält den Zuschlag. Das revidierte Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) sowie die Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB) bilden seit 2021 die rechtliche Grundlage für den Wandel. Wer heute an öffentlichen Bauaufträgen mitwirken will, muss Nachhaltigkeit explizit in seinem Angebot adressieren.

Starke Zunahme nachhaltiger Zuschlagskriterien

Im zweiten Quartal 2025 wies der Anteil öffentlicher Bauaufträge mit Nachhaltigkeits­kriterien einen Anteil von 47,6 Prozent auf. Das entspricht einem Zuwachs von +136 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zugleich blieben die qualitativen Zuschlagskriterien mit 53,1 Prozent relativ stabil. Die Zahlen machen deutlich, dass Nachhaltigkeit bei öffentlichen Bauaufträgen längst nicht mehr nur ein Zusatzkriterium ist, sondern zu einem zentralen Steuerungsmechanismus öffentlicher Vergaben wird. Das zeigt auch, dass der Wechsel vom Preisdiktat zum Qualitätswettbewerb gelingt.

Der Bund und Basel gehen voran

Besonders auffällig sind die regionalen Unterschiede in diesem Kurswandels. Als eigentliche Treiber zeigen sich der Bund sowie der Kanton Basel‑Stadt. Der Stadtkanton hat den Anteil seiner Bauaufträge mit Nachhaltigkeitskriterien seit Anfang 2024 von 26,2 auf 42,5 Prozent gesteigert. Das ist umso bemerkenswerter, als in Basel die Revision der öffentlichen Beschaffung drei Jahre später in Kraft getreten ist als auf Bundesebene. Auffällig ist neben Qualität und Nachhaltigkeit auch ein Anstieg bei Varianten. Andere Kantone wie Aargau, Bern, Wallis und Zürich gehören ebenfalls zu den Vorreitern.

Der SBV engagiert sich seit Jahren dafür, dass öffentliche Aufträge nicht an das billigste Angebot vergeben werden, sondern an das vorteilhafteste, das Qualität und Nachhaltigkeit berücksichtigt. Zusammen mit der gesamten Baubranche setzt er sich aktiv für die Umsetzung von BöB und IVöB ein.

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