Start Grundbildung Maurer: Mehr Handlungskompetenz und Motivation

Für Bauunternehmen, Berufsfachschulen und überbetriebliche Kurse gilt: Dank der Revision der beruflichen Grundbildung Maurer/in EFZ und EBA werden die Lernenden noch besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts vorbereitet.

Für Bauunternehmen, Berufsfachschulen und überbetriebliche Kurse gilt: Dank der Revision der beruflichen Grundbildung Maurer/in EFZ und EBA werden die Lernenden noch besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts vorbereitet.

Der SBV hat die berufliche Grundbildung für Maurer/in EFZ und Maurer/in EBA einer Totalrevision unterzogen. Die Ausbildung wird praxisbezogen, eigenverantwortliches Handeln steht im Vordergrund und wird gefördert. Das Ziel ist, die Lernende genauso auszubilden, wie es der Markt verlangt. Das Ergebnis sind besser qualifizierte, kompetente und motivierte Arbeitskräfte.

Wie kommen die Neuerungen in der Praxis an? Adrian Geissmann, Bauführer, Leiter Ausbildung, Implenia Schweiz AG: «Mit den neuen Grundlagen haben wir die Möglichkeit, jeden Kandidaten in die für ihn richtige Ausbildungsdauer aufzunehmen, dies heisst, zwei, drei oder vier Jahre. Wir als Profis müssen dies aktiv steuern und nicht die Eltern oder die Kandidaten, welche die Tragweite der gesamten Ausbildung nicht im Detail abschätzen können. Das ist für uns eine Herausforderung, gleichzeitig aber auch eine grosse Chance.»

Dass die Lehrbetriebe den Lernenden fünf Praxisaufträge pro Lehrjahr zuweisen, die sie eigenständig umsetzen müssen, sei für viele Bauunternehmer und Berufsbildner eine Veränderung gegenüber dem bisher, über Jahre bewährten «Arbeitsbuch», die vielleicht nicht alle gleich schätzen. «Aber wenn der Berufsbildner und der Lernende zusammen mit dem verfügbaren Handbuch diese Praxisaufträge regelmässig umsetzen, wird es bald keine Hexerei mehr sein», ist Geissmann über-zeugt. Beim Lehrabschluss werden die Lernenden mit Stolz auf diese Arbeiten zurück-blicken. «So wie wir Bauleute stolz von unseren gelungenen Projekten erzählen und was brauchen wir in Zukunft? Stolze Berufsleute.» Die neuen Möglichkeiten aus der Revision sollte man mit motivierten und langjährigen Berufsbildnern umsetzen, sagt Adrian Geissmann.

Für Daniel Obrist, Berufsschule Zofingen, Abteilungsleiter Bau, Fachkundelehrer Bau, ist die Handlungskompetenzorientierung ein Paradigmenwechsel. «Die Lernenden starten in eine Ausbildung, die in dieser Form bei der Ausbildung der Maurerinnen und Maurer noch nie durchgeführt worden ist. Für alle Beteiligten sind die rechtlichen Grundlagen neu.» Es sei deshalb wichtig, die Lernenden in diesen «neuen» Einstieg zu begleiten.

Die Revision führe zu einem grossen Umbruch in den Berufsfachschulen, der von den Berufsfachschulen und Lehrpersonen mit einem erheblichen Aufwand gemeistert wird. Obrist: «Die Lehrpersonen können diesen Umbruch allein nicht bewältigen. Die Zusammenarbeit zwischen den Berufsfachschulen und den anderen zwei Lernorten ist deshalb gerade in der Anfangsphase sehr wichtig. Im Zentrum der Aus-bildung steht die Handlungskompetenz der Lernenden. Alle Lernorte müssen wissen und erkennen, welche Handlungskompetenzen bereits aufgearbeitet worden sind und als Basis genutzt werden können.»

Patrik Birrer, Geschäftsführer Maurerlehrhallen Sursee (MLS), ist der Meinung, hand-lungskompetenzorientiert auszubilden sei das Beste, was die Branche machen konnte. «Ich stelle fest, dass der Lerneffekt und die Motivation bei den Lernenden massiv viel besser ist, es wird Neugier geweckt, neue Dynamiken entstehen. Wir haben viele positive Rückmeldungen aus unseren Kursen.» Passiv den Lernstoff zu konsumieren, reiche nicht mehr. Die Lernenden müssen Praxisaufträge aktiv, um von der neuen Grundbildung voll profitieren zu können. Birrer sagt, den Lehrbetrieben müsse klar sein, dass sie die Lernenden auszubilden haben. «Deshalb gehört das wichtige Thema Lehrlingsausbildung als festes Traktandum in die Geschäftsleitung. Lernende haben ein Recht auf eine gute Ausbildung. Wer eine solche abschliesst, gibt nachher die Freude und Begeisterung im Beruf auch anderen weiter.»

Rosario Christoph Gross, Leiter Grundbildung beim SBV, ist überzeugt: «Die neuen Lerninhalte fördern die Selbstständigkeit und das praxisorientierte Handeln der Lernen-den. So sind Maurer/innen EFZ und EBA optimal auf die die Anforderungen des modernen Bauhauptgewerbes vorbereitet. Motiviert, kompetent und fit für die Zukunft. Ich bin mir bewusst, dass die Umsetzung aller Neuerungen im Zusammenhang mit der Revision der beruflichen Grundbildung eine gewisse Eingewöhnungszeit sowie klare und präzise Anleitungen erfordert. Deshalb sind alle Bildungserlasse und Umsetzungsdokumente für alle Beteiligten jederzeit über die Website www.bauberufe.ch zugänglich.»

 

Autor: Werner Schüepp

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Schweizerischer Baumeisterverband

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