Time2Learn unterstützt und vernetzt

Der SBV treibt die Berufsbildung im Bauwesen mit einer Totalrevision der Maurerlehre voran. Dabei kommt neu Time2Learn zum Einsatz. Das Tool ermöglicht Lernenden, ihre Praxisaufträge zu dokumentieren – auch per Smartphone.

Der SBV treibt die Berufsbildung im Bauwesen mit einer Totalrevision der Maurerlehre voran. Dabei kommt neu Time2Learn zum Einsatz. Das Tool ermöglicht Lernenden, ihre Praxisaufträge zu dokumentieren – auch per Smartphone.  

Die Berufsbildung ist im Umbruch. Modernisierung und Digitalisierung sind auch aus dem Baualltag nicht mehr wegzudenken, Unternehmen sind damit konfrontiert, ihre Ausbildungsstrategien anzupassen, um Schritt zu halten. Lernende benötigen heute praxisorientierten Lernstoff, den sie 1:1 in ihrem Job umsetzen können. Das Bauhauptgewerbe hat diesen Wandel erkannt und handelt. Mit dem Masterplan «SBV-Berufsbildung 2030» setzt der Schweizer Baumeisterverband (SBV) auf zeitgemässe Ausbildung, verbesserte Weiterbildung und stärkere Branchentreue. In diesem Sommer haben die ersten Lernenden ihre Ausbildung zum Maurer/in EFZ (eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) oder EBA (eidgenössisches Berufsattest) begonnen. Die Ausbildungen wurden einer Totalrevision unterzogen und praxisorientierter gestaltet, um den Einstieg ins Bauhauptgewerbe attraktiver zu gestalten.  

Praxisorientiertes, kompetenzorienteres Lernen setzt eine enge Verzahnung aller Lernorte voraus, Die Abstimmung der Ausbildungsprozesse zwischen den Lernorten ist dabei ein zentraler Erfolgsfaktor. Damit diese zwischen Betrieb und üK (überbetriebliche Kurse) gewährleistet ist, setzt der SBV neu auf die digitale Plattform Time2Learn. «Der SBV hat diverse Anbieter evaluiert und sich aufgrund einer sehr guten Präsentation und der Erfahrung des Anbieters für die Einführung von Time2Learn entschieden» sagt Christoph Gerber, Projektleiter Berufsentwicklung beim SBV.   

Höhere Ausbildungseffizienz 

Mit Time2Learn können Praxisaufträge, die Lernende im Rahmen der neu revidierten Ausbildung während ihrer gesamten Lehrzeit erledigen, dokumentiert werden. Da die Software mit einer App auch auf dem Smartphon nutzbar ist, ist es den Lernenden möglich, jederzeit und überall auf ihre Unterlagen zuzugreifen oder ihre selbst erstellten Arbeiten noch vor Ort zu dokumentieren. Gerber: «Für die Lernenden lohnt es sich, ihre Praxisaufträge möglichst gewissenhaft zu erledigen. Die Praxisaufträge werden später Teil des Qualifikationsverfahrens sein. Berufsbildnerinnen und Berufsbildner können ebenfalls auf die Praxisaufträge der Lernenden zugreifen und diese optimal begleiten.» Ungefähr 80 Prozent der Maurerlehrhallen nutzen neu Time2Learn für Administration und Kursorganisation. Ein weiterer Vorteil: ÜK-Betriebe und Lehrbetriebe arbeiten mit der gleichen Anwendung. Dies garantiert laut Gerber mehr Ausbildungseffizienz und eine einfachere Begleitung der Lernenden. Bei den Lehrbetrieben seien es sogar 90 Prozent, die Time2Learn einsetzen. Die Ausbildungsqualität profitiert, da in allen Sprachregionen der Schweiz beinahe flächendeckend mit der gleichen Software gearbeitet wird.  

Zusammenarbeit mit Maurerhallen 

«In der Anfangsphase ist es wichtig, dass alle Beteiligten sich mit Tim2Learn vertraut machen und diese digitale Lernplattform möglichst intensiv nutzen», führt Christoph Gerber aus, «dies braucht eine gewisse Zeit. Dabei wollen wir die Anwendung auf die Bedürfnisse der Maurer/innen noch weiter optimieren.» Dies geschehe in enger Zusammenarbeit mit den Maurerhallen. So könne man die Bedürfnisse der Lehrbetriebe aufnehmen. Schliesslich soll Time2Learn für alle Beteiligten attraktiv sein und einen nachhaltigen Mehrwert bieten.  

Gerber: «Für die Maurerlehrhallen liegt der Mehrwert bei einer effizienten Organisation und Administration, bei den Lernenden und ihren Lehrbetrieben bei einem zielgerichteten Management des Lernprozesses und einer stärkeren Unterstützung bei der Begleitung der Lernenden. Gleichzeitig müssen die Lernenden mehr Selbstverantwortung übernehmen beim Dokumentieren ihres Lernprozesses.» Im Fokus steht verstärkt der handlungsorientierten Lernprozess mit Aufträgen, die sich an den Bedürfnissen der Praxis orientieren. 

Über den Autor

pic

Schweizerischer Baumeisterverband

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