Tradition trifft Tatendrang: Wenn die siebte Generation den Hammer übernimmt

190 Jahre. So lange gibt es die BWT Bau AG schon. Ein Familienunternehmen, das fast doppelt so alt ist wie das Schweizer Bundeshaus.

Tradition trifft Tatendrang: Wenn die siebte Generation den Hammer übernimmt

190 Jahre. So lange gibt es die BWT Bau AG schon. Ein Familienunternehmen, das fast doppelt so alt ist wie das Schweizer Bundeshaus. Klingt nach verstaubten Archiven und Ritualen, die man nicht hinterfragt? Falsch gedacht. Denn am Steuer sitzt bald jemand, der frischen Wind ins Fundament bläst: Stephanie Jöhr, 26, Masterabsolventin, Verwaltungsrätin und bereit, das Erbe in die Zukunft zu führen.

Familienunternehmen Bau: Zwischen Stolz und Druck

Stellen Sie sich vor: Sie übernehmen ein Unternehmen, das seit Generationen in Familienhand ist. Der Vater Philipp ist der sechste in der Reihe, Stephanie die siebte. Klar, da schwingt Stolz mit. Aber eben auch ein ordentlicher Batzen Druck. „Commitment“ nennt sie das. Und Commitment bedeutet: nicht einfach nur den Schlüssel übernehmen, sondern den Bau neu denken.

Fachkräftemangel Bau: Warum alte Strukturen nicht mehr reichen

Wer einmal im Bau war, kennt die Antwort: „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Genau da will Stephanie ansetzen. Nicht alles über Bord werfen, schliesslich lebt die Branche von handwerklichem Stolz und Verlässlichkeit. Aber warum nicht flachere Hierarchien ausprobieren? Warum nicht Verantwortung teilen, statt alles an die Spitze zu klemmen?

 

 

Wenn wir die alten Strukturen nicht hinterfragen, bleibt die Branche unattraktiv.

Und das können wir uns im Fachkräftemangel schlicht nicht leisten.

Stephanie Jöhr
BWT Bau AG

Klingt gut auf dem Papier, scheitert aber oft in der Realität. Manche Mitarbeitende fühlen sich in festen Strukturen einfach wohler. Und doch: Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel braucht es neue Modelle. Junge Menschen wollen nicht nur Schrauben drehen, sie wollen auch mitgestalten.

Digitalisierung Bau: Kleine Schritte, grosse Wirkung

Digitalisierung im Bau, grosses Wort, oft noch leeres Gerüst. Stephanie tickt pragmatisch. Keine fancy Tools, die mehr Chaos als Nutzen bringen. Sondern kleine Schritte, die den Alltag leichter machen. Ein Beispiel? Beekeeper als interne Kommunikationsplattform. Kein verstaubter Brief mehr, sondern Posts direkt vom Baukran aufs Handy. Kommentar drunter: „Mega cool, super gemacht.“ Wertschätzung kann so einfach sein.

Frauen im Bau: Mehr Sichtbarkeit für mehr Vielfalt

Fachkräftemangel ohne Ende, und trotzdem sind Frauen auf Baustellen noch immer Exoten. Stephanie sieht das anders. Sie will Vorbild sein und andere motivieren. Denn Handwerk lebt von Vielfalt. Unterschiedliche Perspektiven machen Teams stärker, das ist längst belegt. Vielleicht braucht es dafür auch mal einen „Tag der Frau auf dem Bau“. Klingt simpel, kann aber Türen öffnen.

Allianzmodell im Bau: Zusammenarbeit statt Streit

Wer in der Branche war, kennt es: Streitereien um Nachträge, endlose Diskussionen ums Geld. Bauherr gegen Unternehmer, Unternehmer gegen Planer. Stephanie will diesen Zirkus nicht mehr mitmachen. Stattdessen setzt sie auf das Allianzmodell. Alle am Tisch, alle am selben Strick. Bauen ohne Drama, fast schon revolutionär.

Zukunft Bau: Sinn, Verantwortung und Innovation,

Wenn Stephanie in die Zukunft schaut, sieht sie nicht nur Beton und Holz. Sie spricht von Lebensräumen. Von sozialer Verantwortung. Von Sinn. Purpose, sagen die Business-Gurus. Für sie bedeutet das: Tradition und Innovation verbinden, Brücken schlagen, den Bau wieder attraktiv machen. Und wenn man ihr zuhört, spürt man: Da geht was. Vielleicht nicht von heute auf morgen. Aber Schritt für Schritt. Und das Fundament dafür ist seit 190 Jahren gelegt.

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