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Megatrend Konnektivität & Daten | Deep Dive – Was bedeutet dieser Trend für die Schweizer Bauwirtschaft?
Übersicht
Praxis
Adoptionsstufen
Voraussetzungen
SBV-Angebote
Auf einen Blick
Im Kurztext des Trendradars haben Sie erfahren, was «BIM & modellbasiertes Bauen» ist und warum dieser Trend relevant wird. Dieser Deep Dive zeigt, wie sich der Trend konkret auf Ihren Betrieb auswirken kann – mit Einordnung für Ihr Unternehmen und den wichtigsten Voraussetzungen.
BIM (Building Information Modelling) ist eine Arbeitsweise, bei der alle relevanten Informationen zu einem Bauwerk digital und strukturiert in einem gemeinsamen Modell über den gesamten Lebenszyklus geführt werden. Die Norm SN EN ISO 19650 definiert dafür klare Rollen, Regeln und einen gemeinsamen Datenraum, damit alle Beteiligten jederzeit mit der richtigen, aktuellen Version arbeiten.
In der Praxis bedeutet das: Planungsdisziplinen liefern nicht nur Pläne, sondern verknüpfte Daten. Aus dem Modell lassen sich Ansichten, Mengen und Dokumente ableiten, Änderungen bleiben nachvollziehbar. Die Anwendungen reichen von der Kollisionsprüfung in der Planung über modellbasierte Ausschreibungen bis zu digitalen Mängel- und Abnahmeprozessen auf der Baustelle.
Für die Schweizer Bauwirtschaft liegt der Mehrwert in der früheren Fehlererkennung, transparenteren Ausschreibungen und einer konsistenten Dokumentation bis in den Betrieb. Die grössten Hürden bleiben uneinheitliche Auftraggeberanforderungen, Schnittstellenprobleme zwischen Systemen sowie der nötige Kulturwandel in den Teams.
Werte aus der SBV-Delphi-Expertenbefragung 2026.
BIM ist bei öffentlichen Bauherren wie ASTRA, SBB und Bund (Armasuisse) zunehmend Pflicht, bei Grossprojekten praktisch immer im Einsatz. Im privaten Hochbau wird BIM von grösseren Generalunternehmen wie Implenia oder Halter systematisch eingesetzt. KMU steigen über Pilotprojekte ein.
Die Auseinandersetzung mit diesem Trend ist kein Alles-oder-nichts-Entscheid. Unternehmen bewegen sich typischerweise auf einer von drei Adoptionsstufen, jede mit eigenem Ziel und eigener Logik:
Wettbewerbsfähig bleiben
Ziel: Mit befähigten Mitarbeitenden effizienter arbeiten.
Beispiele: Mitarbeit in BIM-Projekten als Subunternehmer; gemeinsamen Datenraum nutzen; modellbasierte Mengenermittlung und Kollisionsprüfung.
Finanzielle Mehrwerte schaffen
Ziel: Differenzierung gegenüber Mitbewerbern durch trend-gestützte Leistungen.
Beispiele: Eigene BIM-Modelle entwickeln; ISO 19650 als Standard; BIM in Ausschreibungen einfordern; modellbasierte Abrechnung; höhere Qualität als Verkaufsargument.
Disruption als Chance
Ziel: Neue Leistungen oder Produkte lancieren, die ohne diesen Trend nicht möglich wären.
Beispiele: BIM-Modelle bis in den Betrieb; eigene Datenservices für Eigentümer; Lifecycle-BIM; Asset-Management-Dienstleistungen auf Basis von BIM-Daten.
Die Branchenkompetenz liegt bei 3.85/6 – die Auseinandersetzung mit diesem Trend ist breit im Gang. Ein Teil der KMU im Bauhauptgewerbe arbeitet noch auf Stufe 1, viele bewegen sich aktiv im Übergang zu Stufe 2 mit ersten Differenzierungsleistungen. Entscheidend ist, bewusst zu entscheiden, ob man sich auf Stufe 2 fest positionieren oder Richtung Stufe 3 entwickeln will – und die Voraussetzungen dafür zu schaffen.
Den Trend zu nutzen bedeutet nicht, ein Produkt zu kaufen und einzuschalten. Der Nutzen hängt von Voraussetzungen ab, die jedes Unternehmen selbst schaffen muss.
BIM funktioniert nur, wenn der Bauherr klare Informationsanforderungen stellt (AIA, BAP). Wer ohne klare Vorgaben startet, baut Datenmüll.
Ein gemeinsamer, versionsgeführter Datenraum ist Voraussetzung. Wer Modelle per Mail austauscht, betreibt nicht BIM, sondern Chaos.
BIM-Management-Rollen müssen in jedem Projekt besetzt sein: BIM-Manager, Informationskoordinator, modellverantwortliche Personen.
BIM ist kein Software-Thema, sondern ein Arbeitsweise-Thema. Schulung der Beteiligten ist wichtiger als das nächste Tool.
Der SBV begleitet seine Mitglieder beim Thema «BIM & modellbasiertes Bauen» mit konkreten Angeboten:
BIM-Hub, ERP-Vergleich und News aus der digitalen Bauwelt – kompakt und aktuell für SBV-Mitglieder.
Individuelle Begleitung bei Digitalisierungsvorhaben. Persönliche Beratung durch das SBV-Team Digitalisierung.
Der SBV-Podcast zu Digitalisierung und Innovation am Bau. Verfügbar auf Spotify, Apple Podcasts und YouTube.
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