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Megatrend Automatisierung | Deep Dive – Was bedeutet dieser Trend für die Schweizer Bauwirtschaft?
Übersicht
Praxis
Adoptionsstufen
Voraussetzungen
SBV-Angebote
Auf einen Blick
Im Kurztext des Trendradars haben Sie erfahren, was «Industrialisiertes Bauen» ist und warum dieser Trend relevant wird. Dieser Deep Dive zeigt, wie sich der Trend konkret auf Ihren Betrieb auswirken kann – mit Einordnung für Ihr Unternehmen und den wichtigsten Voraussetzungen.
Industrialisiertes Bauen verlagert Teile der Wertschöpfung von der Baustelle in die kontrollierte Fabrikationsumgebung. Darunter fallen sowohl modulare und serielle Bauweisen – bei denen Raummodule und Fassadenelemente industriell vorgefertigt und auf der Baustelle montiert werden – als auch der grossformatige 3D-Druck von Gebäudestrukturen und Infrastrukturkomponenten.
Für die Schweizer Bauwirtschaft bietet dieser Ansatz erhebliche Vorteile: wetterunabhängige Fertigung, höhere Wiederholgenauigkeit und bessere Materialnutzung senken Kosten und Terminrisiken. Im Wohnungsbau kann serielle Fertigung dazu beitragen, den anhaltenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum schneller zu decken. Der Übergang erfordert jedoch strukturelle Anpassungen im gesamten Planungs- und Ausführungsprozess – von früheren Entwurfsentscheidungen über Normierung und Logistik bis hin zu veränderten Rollenbildern auf der Baustelle.
Werte aus der SBV-Delphi-Expertenbefragung 2026.
Modulare Vorfertigung ist in der Schweiz kein Neuland: Anbieter wie Renggli, ERNE und Aregger liefern industriell gefertigte Holzmodule, im Betonbau setzen Hersteller wie Element AG auf Vorfabrikation. 3D-Druck-Pilotprojekte wie das HiLo am Empa zeigen, wohin die Reise geht – sind aber noch experimentell.
Die Auseinandersetzung mit diesem Trend ist kein Alles-oder-nichts-Entscheid. Unternehmen bewegen sich typischerweise auf einer von drei Adoptionsstufen, jede mit eigenem Ziel und eigener Logik:
Wettbewerbsfähig bleiben
Ziel: Mit befähigten Mitarbeitenden effizienter arbeiten.
Beispiele: Standardisierte Vorfertigung im Stahlbau, Treppenhäuser oder Fassaden vom Werk; weniger Aufwand auf der Baustelle. Pilotprojekte mit modularen Bauweisen; erste Erfahrungen mit Logistik und Montage.
Finanzielle Mehrwerte schaffen
Ziel: Differenzierung gegenüber Mitbewerbern durch trend-gestützte Leistungen.
Beispiele: Konsequente Verlagerung von Wertschöpfung in die Fabrik; eigene Vorfertigungslinien oder strategische Partnerschaften. Vorfertigungstiefe als Verkaufsargument; bessere Termin- und Qualitätssicherheit.
Disruption als Chance
Ziel: Neue Leistungen oder Produkte lancieren, die ohne diesen Trend nicht möglich wären.
Beispiele: Eigene industrielle Bauproduktion als Geschäftsfeld; serielle Wohn- oder Gewerbebauten als Produkt. Plattform-Geschäftsmodelle, bei denen Module als konfigurierbares Produkt angeboten werden.
Die Branchenkompetenz liegt bei 3.66/6. Standardisierte Vorfertigung ist verbreitet, die tiefere industrielle Transformation aber erst bei einzelnen Vorreitern angekommen. Als WATCH-Trend mit einem Adoptionshorizont von sechs bis acht Jahren besteht hier kein unmittelbarer Handlungsdruck – es lohnt sich aber, die Entwicklung zu beobachten und erste Erfahrungen zu sammeln, bevor der Trend an Tempo gewinnt.
Den Trend zu nutzen bedeutet nicht, ein Produkt zu kaufen und einzuschalten. Der Nutzen hängt von Voraussetzungen ab, die jedes Unternehmen selbst schaffen muss.
Industrialisiertes Bauen verschiebt Entscheide nach vorn. Wer früh konfiguriert und festlegt, gewinnt – wer es nicht tut, verliert die Effizienzvorteile.
Module sind nicht beliebig auf Lager zu halten. Eine durchdachte Logistik bis zur Baustelle ist Voraussetzung; jede Verzögerung schlägt direkt auf die Montage.
Vorgefertigte Module müssen mit anderen Gewerken zusammenpassen. Klare Schnittstellen-Definitionen und enge Koordination sind Pflicht.
Wer mit Modulen arbeitet, profitiert von Standards. Aktives Mitwirken in Normierungs-Gremien und konsequentes eigenes Standardisieren zahlt sich aus.
Der SBV begleitet seine Mitglieder beim Thema «Industrialisiertes Bauen» mit konkreten Angeboten:
Der Podcast des SBV zu Digitalisierung und Innovation am Bau. Verfügbar auf Spotify, Apple Podcasts und YouTube.
Individuelle Begleitung bei Digitalisierungsvorhaben. Persönliche Beratung durch das SBV-Team Digitalisierung.
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