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Intelligente Bauwerke & Smart Materials

Megatrend Konnektivität & Daten | Deep Dive – Was bedeutet dieser Trend für die Schweizer Bauwirtschaft?

Im Kurztext des Trendradars haben Sie erfahren, was «Intelligente Bauwerke & Smart Materials» ist und warum dieser Trend relevant wird. Dieser Deep Dive zeigt, wie sich der Trend konkret auf Ihren Betrieb auswirken kann – mit Einordnung für Ihr Unternehmen und den wichtigsten Voraussetzungen.

Worum es geht

Intelligente Bauwerke nutzen Sensorik und Steuerungssysteme, um den Betrieb von Gebäuden laufend an die Bedürfnisse der Nutzer und die Umgebungsbedingungen anzupassen – von Heizung und Lüftung über Beleuchtung bis hin zur Sicherheitsüberwachung. Ergänzt wird dieser Trend durch Smart Materials: Baustoffe, die auf äussere Einflüsse wie Temperatur, Feuchtigkeit oder mechanische Belastung eigenständig reagieren und damit neue Möglichkeiten für Energieeffizienz, Langlebigkeit und Wartungsoptimierung eröffnen.

Für die Schweizer Bauwirtschaft sind beide Entwicklungen eng mit den nationalen Klimazielen und der Modernisierung des Gebäudeparks verknüpft. Intelligente Gebäudetechnik senkt den Energieverbrauch im Betrieb, während Smart Materials den Unterhalt vereinfachen und die Lebensdauer von Bauteilen verlängern können. Die Herausforderungen liegen in den Anfangsinvestitionen, der Integration unterschiedlicher Systeme und Plattformen sowie in der langfristigen Wartung und Datensicherheit vernetzter Gebäudetechnik.

PREPARE
3.83 / 6
Brancheneinfluss
eher hoch

6-8 J.
Mainstream-Adoption
erwartet (3.26 / 6)

3.46 / 6
Branchenkompetenz
eher gering

Werte aus der SBV-Delphi-Expertenbefragung 2026.

Wo der Trend heute schon wirkt

Smart Buildings sind in der Schweiz bei Bürohochbauten und Hightech-Gebäuden Standard, etwa beim Roche-Areal in Basel oder am Suurstoffi-Areal Rotkreuz. Selbstheilende Betone werden an der Empa erforscht, kommen aber kaum zum Einsatz. Klassische Gebäudeautomation (KNX, BACnet) ist im gehobenen Mehrfamilienhaus etabliert.

Wo steht mein Unternehmen, wohin soll es?

Die Auseinandersetzung mit diesem Trend ist kein Alles-oder-nichts-Entscheid. Unternehmen bewegen sich typischerweise auf einer von drei Adoptionsstufen, jede mit eigenem Ziel und eigener Logik:

1 – Position halten

Wettbewerbsfähig bleiben

Ziel: Mit befähigten Mitarbeitenden effizienter arbeiten.

Beispiele: Standardisierte Gebäudeautomation in Neubauten; klassische Smart-Home-Funktionen integrieren. Erste Pilotprojekte mit Smart Materials (z.B. selbstreinigende Fassaden, Phasenwechselmaterialien).

2 – Position ausbauen

Finanzielle Mehrwerte schaffen

Ziel: Differenzierung gegenüber Mitbewerbern durch trend-gestützte Leistungen.

Beispiele: Smart-Building-Konzepte als Verkaufsargument; Schnittstelle zu Energieoptimierung und Nutzerkomfort. Smart Materials gezielt in Sanierungen einsetzen, Lebenszykluskosten als Argument.

3 – Neue Position besetzen

Disruption als Chance

Ziel: Neue Leistungen oder Produkte lancieren, die ohne diesen Trend nicht möglich wären.

Beispiele: Eigene Gebäude-Management-Services; Daten- und Wartungsverträge über den Lebenszyklus. Forschungspartnerschaften mit Materialherstellern; Pilot für noch nicht marktreife Materialien.

Mit einer Branchenkompetenz von 3.46/6 hat die Auseinandersetzung mit diesem Trend in der Schweizer Bauwirtschaft eingesetzt, steckt aber noch in der Aufbauphase. Als PREPARE-Trend mit einem Adoptionshorizont von sechs bis acht Jahren bewegen sich viele KMU im Bauhauptgewerbe aktuell auf Stufe 1, einzelne tasten sich an Stufe 2 heran. Entscheidend ist, bewusst zu entscheiden, auf welche Stufe man sich entwickeln will, und die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Worauf muss ich achten?

Den Trend zu nutzen bedeutet nicht, ein Produkt zu kaufen und einzuschalten. Der Nutzen hängt von Voraussetzungen ab, die jedes Unternehmen selbst schaffen muss.

Frühe Integration in der Planung

Smart Buildings funktionieren nicht durch Nachrüsten. Sensorik und Steuerung müssen in der Entwurfsphase mitgedacht werden.

Schnittstellen und Standards

Verschiedene Hersteller arbeiten mit unterschiedlichen Protokollen. Offene Standards (BACnet, KNX, MQTT) statt geschlossener Insellösungen.

Lebenszyklus-Betrachtung

Smart Materials und Gebäudetechnik müssen über den ganzen Lebenszyklus betrachtet werden: Installation, Betrieb, Wartung, Austausch.

Daten- und Cybersecurity

Vernetzte Gebäudetechnik braucht durchdachten Schutz vor Manipulation. Wer ein Gebäude smart macht, macht es auch angreifbar.

Was bietet der SBV?

Der SBV begleitet seine Mitglieder beim Thema «Intelligente Bauwerke & Smart Materials» mit konkreten Angeboten:

Wissensplattform Baumeister 5.0 →

BIM-Hub, ERP-Vergleich und News aus der digitalen Bauwelt – kompakt und aktuell für SBV-Mitglieder.

Thementools Nachhaltigkeit →

Hilfsmittel und Thementools des SBV zu ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit am Bau.

Digitalisierungs-Beratung →

Individuelle Begleitung bei Digitalisierungsvorhaben. Persönliche Beratung durch das SBV-Team Digitalisierung.

Auf einen Blick

Einordnung im RadarPREPARE, Brancheneinfluss 3.83/6
Mainstream-Adoptionin 6-8 Jahren erwartet (3.26/6)
Branchenkompetenz3.46/6 – siehe Abschnitt «Worauf muss ich achten»
VoraussetzungenFrühe Integration in der Planung; Schnittstellen und Standards; Lebenszyklus-Betrachtung; Daten- und Cybersecurity