Wie viel Baumaterial wird die Schweiz im Jahr 2050 verbrauchen?

Unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums und der Entwicklung des Bedarfs pro Einwohner bietet der SBV einen Ausblick auf den nationalen Baumaterialbedarf bis 2050.

Unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums und der Entwicklung des Bedarfs pro Einwohner bietet der SBV einen Ausblick auf den nationalen Baumaterialbedarf bis 2050.

Die sichere Versorgung mit ausreichenden Mengen verschiedener Baumaterialien ist von grosser Bedeutung für das Bauhauptgewerbe. Jährlich werden 56 Mio. Tonnen an Material verbaut. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage zunimmt.

Erstens decken die in der Schweiz errichteten Bauten den aktuellen Bedarf der Bevölkerung nicht ab: statt 50‘000 werden nur rund 40‘000 Wohnungen pro Jahr gebaut. Zweitens wächst die Schweizer Bevölkerung weiter und könnte laut den Prognoseszenarien des Bundesstatistikamts (BFS) auf über 10 Millionen Einwohner in den nächsten 10 bis 20 Jahren anwachsen. Dies bedeutet einen grösseren Bedarf an Infrastruktur, Schulen, Büros und Wohnungen.

Perspektive der Nachfrage im Jahr 2050

Basierend auf den Abbauplanungen einiger Kantone, den Daten verschiedener Verbände (cemsuisse, FSKB, Baustoff Kreislauf, Ziegelindustrie) zum Baustoffbedarf sowie wissenschaftlichen Studien hat der SBV den Bedarf an Kies, Sand, Fels, Beton, Zement, Holz, Stahl, Backsteinen und Dachsteinen heute sowie im Jahr 2050 abgeschätzt.

Links: Der aktuelle Bedarf der Schweiz an Baumaterialien. Rechts die Prognosen 2050 basierend auf dem Bevölkerungswachstum (mittel oder gering) und dem Bedarf (reduziert oder gleich wie heute).

Beispielsweise verbaut die Schweiz heutzutage rund 43 Mio. Tonnen an Beton pro Jahr sowie 27 Mio. Kubikmeter Sand. Würde der heutige pro-Kopf-Bedarf konstant bleiben und die Bevölkerung gemäss dem Referenzszenario des Bundesamtes für Statistik (BFS) wachsen, bräuchten wir 2050 49 Mio. Tonnen Beton bzw. 30 Mio. Kubikmeter Sand.

Um diesen Zusatzbedarf auszugleichen, müsste der pro-Kopf-Bedarf um 15 Prozent sinken. Die Baumaterial-Verbände erachten einen solchen Rückgang als realistisch, beispielsweise indem die Dichte verschiedener Bauteile (etwa Backsteine oder Betonwände) verringert wird.

Das Referenzszenario des BFS hat aber das Bevölkerungswachstum in den letzten Jahrzehnten oft unterschätzt. Das Szenario mit einem hohen Wachstum entspricht schon eher der Realität. Und in dem Fall steigt die Gesamtnachfrage an Baumaterial von heute 56 auf künftig 59 Mio. Tonnen, selbst wenn man bereits den tieferen pro-Kopf-Bedarf von 15 Prozent miteinrechnet. Damit wird deutlich, dass der Bedarf an Baumaterialien in Zukunft mindestens konstant hoch, wahrscheinlich aber steigen wird.

Um die Nachfrage nach Baumaterialien bis 2050 zu befriedigen, werden die Massnahmen zur Kreislaufwirtschaft allein nicht ausreichen. Um stabile Preise und einen wettbewerbsfähigen Markt für unsere Unternehmen zu gewährleisten und die nationale Versorgungssicherheit zu garantieren, ist es nach Ansicht des SBV von entscheidender Bedeutung, für die nächsten 25 Jahre ein ausreichendes und stabiles Angebot sicherzustellen.

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