Wir gestalten die Zukunft der Schweiz

Damit die Schweiz ein Erfolgsmodell bleibt, müssen die Weichen richtig gestellt werden. Unter anderem bedeutet das, dass genügend Wohnungen gebaut werden.

Damit die Schweiz ein Erfolgsmodell bleibt, müssen die Weichen richtig gestellt werden. Unter anderem bedeutet das, dass genügend Wohnungen gebaut und notwendige Infrastrukturprojekte realisiert werden müssen. Das geht nur, wenn Hürden abgebaut werden. Dafür setzt sich der Schweizerische Baumeisterverband SBV ein – damit unser Land eine prosperierende, nachhaltige Zukunft hat.

Die Baumeister wollen so viel wie möglich bauen, könnte man meinen, wenn sich der Schweizerische Baumeisterverband SBV dafür stark macht, dass mehr Wohnraum geschaffen wird. Doch diese Überlegung greift zu kurz. Denn der SBV hat die Schweiz als Ganzes im Sinn, wenn er sich für faire Rahmenbedingungen für den Bau einsetzt, damit Wohnbauprojekte nicht be- oder gar verhindert werden. Es geht um das Wohl der Bevölkerung, den Werkplatz Schweiz und Zukunftsperspektiven auch für periphere Regionen.

Die Bauwirtschaft ist ein entscheidender Motor für die Schweizer Wirtschaft und trägt massgeblich dazu bei, dass die Schweiz ein Erfolgsmodell bleibt. Um diese Rolle auch in Zukunft zu gewährleisten, bedarf es klarer und praxisnaher Rahmenbedingungen sowie des Abbaus unnötiger Hürden. Nur durch effiziente Prozesse und vorausschauende politische Weichenstellungen können notwendige Infrastrukturprojekte sowie der dringend benötigte Wohnungsbau rasch und nachhaltig umgesetzt werden.

Landschaft schützen und trotzdem bauen

Die Schweiz mit ihrer begrenzten Fläche muss sorgsam mit den Kulturlandreserven umgehen, lautet die Devise des SBV. Deshalb setzt er sich für eine Verdichtung in urbanen Zentren ein. Indem zum Beispiel leerstehende Industrieareale clever überbaut werden, kann der benötigte Wohnraum geschaffen werden, ohne dass auf der grünen Wiese gebaut werden muss. Notwendig ist auch eine Erneuerung des Schweizer Gebäudeparks, der überaltert und für 45 Prozent des Energieverbrauchs und für einen Viertel der CO2-Emissionen verantwortlich ist. Ein Drittel der Wohneinheiten wird heute auf Grundstücken erstellt, auf denen bereits ein Altbau stand. Wenn Neubauten alte Gebäude ersetzen, entsteht mehr Wohnraum, da durch die freie Raumgestaltung das Nutzenverhältnis optimiert werden kann. Somit wird die Bauzone bestmöglich genutzt, was ebenfalls dem Schutz der Grünflächen dient.

Lasst uns mehr Wohnungen bauen!

Gemäss Raumplanungsgesetz soll eine Siedlungsentwicklung nach innen erfolgen. Das scheint jedoch nicht zu gelingen. Ein Verdichtungsversagen droht. Jährlich müssten rund 50 000 neue Wohnungen gebaut werden, um mit der Nachfrage Schritt zu halten. Doch gebaut wurden letztes Jahr nur 40 000. Das hat negative Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt. Die Gründe dafür liegen unter anderem an der massiv steigenden Regulierungsdichte und den daraus resultierenden, viel zu langen Bewilligungsverfahren. In vielen Städten dauern die Bewilligungsprozesse heute fast doppelt so lang wie noch vor einigen Jahren. Zudem gibt es immer mehr (querulatorische) Einsprachen gegen Bauprojekte. Die Folge: Wohnbauprojekte dauern länger, kosten mehr, kommen zu spät oder werden ganz verhindert. Der SBV setzt sich deshalb für eine Beschleunigung der Baubewilligungsverfahren und eine Verwesentlichung der Einsprachemöglichkeiten ein. Erste Erfolge wurden erzielt. Die Einsprachemöglichkeiten des Heimatschutzes wurden eingegrenzt. Das Verbandsbeschwerderecht gilt nur noch für Projekte mit über 400 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Doch auch das Einspracherecht von Privatpersonen muss wieder auf wirklich schützenswerte persönliche Interessen zurückgestuft werden. Entsprechende Vorstösse sind eingereicht und werden durch den SBV tatkräftig unterstützt.

Wohnungsbau an stark befahrenen Strassen ermöglicht

Auch bezüglich Beschleunigung der Baubewilligungsverfahren gibt es Fortschritte. Ein Bundesgerichtsentscheid führte zum Beispiel zu einer Baublockade in Städten. In lärmbelasteten Gebieten konnten keine Wohnungen mehr gebaut werden. Alleine in der Stadt Zürich wurde so der Bau von rund 2000 Wohnungen verunmöglicht. Der SBV engagierte sich deshalb erfolgreich für die Revision des Umweltschutzgesetzes (USG). Das USG definiert nun genau, unter welchen Voraussetzungen der Bau von Wohnungen an stark befahrenen Strassen bewilligt werden muss. Dabei ist eine Kombination von verschiedenen Massnahmen möglich. Wohnungen mit kontrollierter Lüftung sind Teil der Lösung. Zudem konnten die Ausgaben für notwendige Lärmschutzmassnahmen auf maximal 1 Prozent der Gebäudekosten begrenzt werden. Im kommenden Jahr wird sich der SBV dafür einsetzen, dass die nun noch notwendigen Änderungen auf Verordnungsebene rasch umgesetzt werden. Daneben wurden diverse kantonale und kommunale Deregulierungsvorstösse initiiert und unterstützt. Darüber hinaus zielt das Engagement des SBV darauf ab, auch peripheren Regionen eine Zukunft zu bieten. Deshalb setzte sich der SBV dafür ein, dass schädliche und unnötige Beschränkungen des Zweitwohnungsgesetzes behoben wurden. In Gemeinden, die dem Zweitwohnungsgesetz unterliegen, können Häuser nun vergrössert und neue Wohnungen geschaffen werden, ohne dass deren Nutzung beschränkt wird. Auch bei Ersatzneubauten kann die Hauptnutzungsfläche neu um 30 Prozent erhöht werden, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.

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