Aargauer BauPOLIT-Talk «Frauen bauen Erfolge!»

Der BauPOLIT-Talk vom Mittwoch, 27. September 2023, im kuk Aarau stand unter dem Motto «Frauen bauen Erfolge». Beim angeregten Talk wurden viele Ideen diskutiert, wie dies in Zukunft noch vermehrt möglich sein könnte und welche Nebeneffekte dies vielleicht hätte.

 

Der BauPOLIT-Talk war in diesem Jahr fest in Frauenhand. Angefangen bei der Moderatorin Simone Steiner und bei Staatsschreiberin Joana Filippi, welche die Grussbotschaft des Kantons Aargau überbrachte.

Ideen, wie es gelingen könnte, dass Frauen im Berufsleben noch viel häufiger «Erfolge bauen», zeigte Meta Hiltebrand bei ihrem packenden Impulsreferat. Demotivierende und motivierende Worte von Personen aus ihrem Umfeld waren die Auslöser für ihre Berufswahl und ihre Karriere im Gastrobusiness. Und dies, obwohl sie zuerst eine Ausbildung in der Elektrobranche einschlagen wollte.

Jede der Frauen, die am Podium teilnahmen, verfügt über eine eigenständige Lebensgeschichte. Doch eines ist ihnen gleich: Sie haben es geschafft, in einer Männerdomäne Fuss zu fassen. Während des ganzen Abends stand eine Frage zentral im Raum: Was müssen Gesellschaft, Politik, Arbeitgeber – und die Frauen selbst – unternehmen, damit noch mehr Frauen im Berufsleben und in der Baubranche im Speziellen «Erfolge bauen» können.

 

Mehr Selbstvertrauen in die eigenen Stärken

Beim Talk kamen diverse spannende und zielführende Ansätze aufs Tapet. Einerseits sollten die Frauen lernen, sich selbst viel mehr zuzutrauen und bewusster aufzutreten. Sie sollten ihre Fähigkeiten dem Arbeitgeber gegenüber proaktiver präsentieren und viel deutlicher ihre Bedürfnisse und Wünsche formulieren, damit sie z.B. Beruf und Familie unter einen Hut bringen können.

 

Hoch im Kurs: Teilzeitarbeitsmodelle für Mann und Frau

Andrerseits sollten Arbeitgeber vermehrt Teilzeitstellen anbieten, denn die heutige Realität sieht so aus, dass flexiblere Arbeitsmodelle gefragt sind. Männer und Frauen wollen im Berufsleben Fuss fassen und sich die Familienarbeit aufteilen. Ein interessantes Votum war, dass gemischte Teams, bestehend aus Männern und Frauen, gemeinsam viel bessere Leistungen erbringen, da sie auf dem Weg zum Ziel oft viel diskutieren, um Lösungen zu finden.

 

Win-win-Situation für alle

Die Beispiele der Podiumsteilnehmerinnen zeigten, dass Karrieren im Sport, in der Politik, in der Wirtschaft im Allgemeinen – und in der Baubranche im Speziellen – durchaus möglich sind für aktive, selbstbewusste und engagierte Frauen. Natürlich hat nicht jede Frau, die Power, den Willen und die Durchsetzungskraft einer Meta Hiltebrand, die nach der Berufswahl ihren erfolgreichen Weg konsequent und hartnäckig verfolgt hat. Dass sie schliesslich ihre Karriere inmitten der Männerdomäne der Starköche umsetzen konnte, hat auch damit zu tun, dass sie als Jugendliche von ihrem Vater auf verschiedenste Weise gefördert wurde. Dies hat ihren Antrieb, Leistung zu erbringen, vermutlich noch zusätzlich verstärkt.

Sollte es der Wirtschaft gelingen, den Frauen und Männern attraktive Arbeitsmodelle und -zeiten zu ermöglichen, und sollte es den Frauen gelingen, ihr Herz vermehrt in die Hand zu nehmen und an sich zu glauben, um ihren beruflichen Weg konsequent zu gehen, wäre dies ein möglicher Weg, um den Fachkräftemangel zu lindern.

 

Chris Regez

 

Über den Autor

pic

Schweizerischer Baumeisterverband

[email protected]

Artikel teilen