Fünf Familien-Bau-KMUs machen das Bauen umweltfreundlicher

Bauen verursacht Abfälle und verursacht CO2-Emissionen. Darum setzen fünf Bauunternehmen – Grisoni Zaugg SA, JMS-Gruppe, Kästli Bau AG, Lötscher Plus Gruppe und die Eberhard Bau AG auf einen zirkulären Beton, der den CO2-Fussabdruck verkleinert. Ihr Ziel ist es, pro Jahr 25 000 Tonnen CO2 im Beton zu speichern.

 

Fünf Familien-Bauunternehmen schreiben gemeinsam das nächste Kapitel beim zirkulären Bauen: Am 23. Oktober 2023 haben sich die Grisoni Zaugg SA, die JMS-Gruppe (Johann Müller AG), die Kästli Bau AG, die Lötscher Plus Gruppe und die Eberhard Bau AG unter dem Dach der zirkulit Beton AG zusammengeschlossen. Sie haben ein ehrgeiziges Ziel, das aber für die Zukunft der Schweiz wichtig ist. Genauer gesagt wollen sie bis 2030 pro Jahr schweizweit 25 000 Tonnen CO2 im Beton speichern und 2 Millionen Tonnen Bauabfälle hochwertig in den Kreislauf zurückführen. Insgesamt fallen in der Schweiz jährlich rund 7.5 Millionen Tonnen Bauabfälle aus dem Rückbau von Gebäuden an. Weiter verursacht die Schweiz 45,2 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr, das macht 5 Tonnen pro Kopf. Durch die Verwendung des Betons mit nachhaltig gespeichertem CO2 könnte also der CO2-Fussabdruck beim Bauen signifikant reduziert werden.

 

 

Dauerhaft gebunden

Wie funktioniert dieser Beton technisch? Das CO2 wird im Betongranulat in Kalkstein umgewandelt und so dauerhaft gebunden. So kann der Beton immer wieder rückgebaut und wieder verwendet werden.

25 000 Tonnen CO2 im Beton zu binden ist das Ziel. Die zirkulit Beton AG könnte noch viel mehr, aufgrund des Schweizer Bauvolumens könnten jährlich sogar über 50 000 Tonnen CO2 im Betongranulat gespeichert werden. Dafür müsste das Potential allerdings auch genutzt werden. Die Nachfrage aus dem Markt war bisher allerdings schwach. Die zirkulit AG, die den zirkulären Beton mit der permanenten CO2-Einspeicherung entwickelte, wurde 2021 von der Firma Eberhard gegründet. Weil es für die Realisierung von zirkulären Gebäuden mehr nachhaltige Baumaterialien braucht als nur Beton, ging die zirkulit AG Partnerschaften mit anderen Familien-KMUs ein, die beispielhafte Produkte entwickeln, ein. Die swisspor bietet einen mineralischen Dämmstoff, die Stahlton Bauteile AG startet mit Fassadenbauteilen und Deckenelementen, die Sievert AG liefert Putze. Alle diese zirkulären, mineralischen Baustoffe seien Best of Class dank der Kombination von kompromissloser Qualität, maximaler Zirkularität durch den höchstmöglichen Sekundärrohstoffanteil, minimalem CO2-Fussabdruck und transparentem Umweltnachweis, meint Franz Schnyder, Geschäftsführer der zirkulit AG. Und fährt fort: «In enger Zusammenarbeit mit unseren strategischen Partnern gehen wir jetzt in den Handlungsmodus.». Patrick Eberhard, Verwaltungsrats-präsident der zirkulit AG, ergänzt: «Wir sind stolz, nach über drei Jahren unsere ursprüngliche Vision der Marke zirkulit® in die Tat umzusetzen. Dies gelingt uns durch starke Partnerschaften mit Familienunternehmen.» Die neu gegründete zirkulit Beton AG gehört den fünf Bauunternehmen zu gleichen Teilen.

 

Schweizweites Vertriebsnetz

Daniel Kästli, Verwaltungsrat der zirkulit Beton AG, freut sich: «zirkulit® expandiert – nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit durch die Firmen Eberhard und Kästli kann der erste zirkuläre Beton mit minimalem CO2-Fussabdruck dank neuen Partnern ab sofort auch in der Inner- und Ostschweiz wie auch im Waadtland eingesetzt werden.» Reto Märki, Geschäftsführer der zirkulit Beton AG, ergänzt: «Ich freue mich, mit meinem Team und den Partnern diesen herausfordernden Schritt zu gehen. Zirkuläres Bauen ist ein zentrales Element für eine nachhaltige Entwicklung.»

 

CO2-Kompensation

Zusätzlich zur permanenten CO2-Speicherung im Betongranulat bietet die zirkulit Beton AG CO2-Zertifikate, die gekauft werden können. Mit dem Geld werden Umweltprojekte in der Schweiz finanziert.

 

Über den Autor

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Susanna Vanek

Redaktorin / Spezialistin Kommunikation

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