«Jeder muss stopp sagen können!»

Optimale Organisation der Baustelle, Vorbild-Verhalten der Führungskräfte, offene Feedbackkultur und Eigenverantwortung: Für die Gasser Felstechnik in Lungern OW haben Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden oberste Priorität.

 

«Wir sensibilisieren und schulen unsere Mitarbeitenden fortlaufend und sorgen für eine gelebte Sicherheitskultur», sagt Sebastian Gasser, Präsident des Verwaltungsrates und Leiter Sicherheit der 300 Mitarbeitenden grossen Unternehmung. «Hierfür investieren wir in Personalentwicklung, Ausrüstung und Prävention.» Seine Firma gilt zu den fortschrittlichsten. «Gerade erst am vergangenen Freitag führten wir eine Weiterbildung mit all unseren Baustellenchefs und KOPAS Fredi Abegglen sowie CEO Matthias von Ah durch.» Doch man könne instruieren so viel man wolle, sagt Gasser, «entscheidend ist das Verständnis und Verhalten der Mitarbeitenden auf den Baustellen.»

Dafür unternimmt die Firma einiges. «Wir setzen mit Fredi Abegglen auf einen KOPAS – Kontaktperson für Arbeitssicherheit – in einer 100%-Anstellung», so Gasser. Auch wenn das nicht für jede KMU in Frage komme, so dürfe diese Aufgabe nicht einfach von einem Bauführer im Nebenjob übernommen werden, ist Gasser überzeugt. Jede Unternehmung sollte dieser Person eine fix definierte Zeit zur Verfügung stellen, beispielsweise einen Tag pro Woche.

Mehr noch: «Diese Person muss bei den Entscheidungsträgern wie auch auf dem Bau respektiert werden.» Fredi Abegglen kennt jeden Schritt aus langjähriger Erfahrung. «Ich kann den Puls der Leute fühlen und mich effektiv einbringen», sagt er. Er weiss: «Alle Mitarbeitenden kennen alle Vorschriften. Aber sie müssen sie auch akzeptieren und anwenden. Dazu trage ich bei.» Als nötig erachtet er die Vorbild-Funktion der Führungskräfte. Und: «Unfälle sind immer eine Verkettung unglücklicher Umstände. Mit einer optimalen Organisation kann man dem entgegenwirken.»

Ganz wichtig ist die Feedbackkultur. «Bei uns nimmt jeder Baustellenchef am Morgen seine Leute kurz zusammen», so Fredi Abegglen. Er geht den Tag und die anstehenden Arbeiten durch. «Er gibt klare Aufträge, damit die Leute das richtige Material und die benötigte Sicherheitsausrüstung mitnehmen.» Und am Abend vor dem Heimfahren müssen sich alle an einer Feedbackrunde beteiligen können und den Tag gemeinsam reflektieren. Kritische und positive Situationen dürfen offen angesprochen werden. Das Ziel: Sicherheit und Motivation für den nächsten Tag.

Polier Marius Hofmann auf der Mehrfamilienhaus-Baustelle in Lungern schätzt aus Arbeitnehmersicht den Austausch mit KOPAS Abegglen: «Manch eine Sache erscheint als Detail, kann aber schnell gravierende Folgen haben.» Abegglen selbst legt grossen Wert auf das persönliche Engagement der Leute: «Jeder ist selber verantwortlich für sich und muss Stopp sagen können.»

Autor: Max Fischer

Weitere Informationen

Für weitere Informationen steht Ihnen Monica Fernandez, Ansprechperson bei der Beratungsstelle für Arbeitssicherheit BfA, gerne unter [email protected] zur Verfügung.

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Schweizerischer Baumeisterverband

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