Mit Daten aus Mietvelos neue Städte planen

Bei der ersten Austragung des Finanz und Wirtschaftsforums «Smart City 2022» ging es um die Frage, wie die Städte der Zukunft anhand von digitalen Daten geplant werden.

 

Die Städte sind ein Erfolgsmodell – es gibt sie seit dem Altertum. Sie haben die Geschichte der Welt bestimmt. Und nun – mit der Digitalisierung der Gesellschaft und der Wirtschaft – entwickeln sich Städte hin zu Smart Cities. Sind diese Smart Cities ein entscheidender Schlüssel für eine ökologisch und gesellschaftlich nachhaltige Zukunft? Wie kann durch die kluge Vernetzung von Mobilität, Energie und weiterer Infrastruktur gemeinsam mit Raum- und Stadtentwicklung und der Verwaltung die Lebensqualität erhöht und gleichzeitig der Ressourcenverbrauch reduziert werden? Diesen Fragen ging das von der Zeitung Finanz und Wirtschaft organisierte Forums «Smart City 2022» am 14. September 2022 am Sitz von Google, Zürich, nach. Die Erstaustragung stiess gleich auf reges Interesse.

Verschiedene Referenten erzählten von erfolgreichen Projekten im In- und Ausland. Dabei wurden kollaborativ anhand von Daten Quartiere (weiter-)entwickelt. Beim Smart City Lab Basel haben rund 60 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung 40 Lösungen präsentiert. Die SBB und der Kanton Basel-Stadt fungierten als Moderatoren. «Es hat wie ein Reallabor funktioniert», resümierte Projektleiterin Salomé Mall.

 

Wo sind Velos unterwegs?

Markus Bacher, CEO PubliBike, zeigte in einem spannenden Referat auf, wie die Daten aus der Velovermietung für eine nachhaltige Stadtplanung genutzt werden können. So verfügt sein Unternehmen über Daten, welche Strassen und Strecken von Velofahrenden in der Stadt Zürich wann am meisten genutzt werden.

Markus Schläpfer vom Center for Regional Economic Development Universität Bern und Future Cities Laboratory ETH Zürich zeigte in seinem Vortrag zu «Wissenschafts- und datengetriebene Zukunftsgestaltung der Stadt» unter anderem auf, wie anhand von Handydaten eruiert werden kann, wann Pendlerinnen und Pendler den öffentlichen Verkehr benutzen und für welche Strecken.

 

Wer bei Angriffen schnell zahlt, wird angegriffen

Daten, Daten und nochmals Daten – da stellt sich die Frage nach der Sicherheit, die ebenfalls thematisiert wurde, unter anderem von Udo Schneider, Trend Micro. Sein Rat: Man soll aus Angst vor der Cybersicherheit nicht alles stoppen. Man soll die Risiken abklären und erwägen, aber es dürfe nicht sein dass Innovationen aus Angst vor Risiken nicht ausgeführt werden. Schliesslich würde man aus Angst vor einem Unfall auch nicht aufs Autofahren verzichten. Öffentliche Verwaltungen seien in der Regel gut vor Cyberattacken geschützt – allerdings sein sie im Falle eines Falles auch sehr schnell bereit, zu zahlen. Das mache sie für Cyberangriffe attraktiv. Eine hohe Zahlungsmoral führe zu Cyberattacken, so Schneider.

 

Smart und nachhaltig

Verschiedene Referenten zeigten auf, dass dank der Digitalisierung und Automatisierung Energieeinsparungen von 20 bis 40 Prozent möglich sind. Allerdings wurde betont, dass eine moderne Technik in alten Gebäuden wenig Sinn macht.

Wie sieht die Strasse der Zukunft aus? Multimodal, mit Wegen für Personen und verschiedene Verkehrsträger.

Welche Anforderungen braucht es, damit Schweizer Städte smart werden können? Den Ausbau der 5G-Netze, wie Alec von Graffenried, Stadtpräsident Stadt Bern betonte.

 

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Susanna Vanek

Redaktorin

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