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Bauindex

Der SBV veröffentlicht viermal im Jahr den Bauindex. Der Bauindex prognostiziert die Entwicklung des Umsatzes im Bauhauptgewerbe. Damit vermeiden Baufirmen böse Überaschungen und stellen sicher, dass Sie die Chancen der nächsten Quartale im Auge behalten.

Der Bauindex prognostiziert den Umsatz

Der Bauindex basiert auf den Daten der Quartalserhebung und externen Quellen. Er analysiert die Tendenzen im Hochbau und Tiefbau.

Bauindex 2. Quartal 2026

In der letzten Prognose wurde für 2026 ein Umsatz von 24,4 Milliarden Franken geschätzt. Die aktuelle Ausgabe des Bauindex bestätigt diese Schätzung. Im Hochbau wird nun ein höherer Umsatz erwartet, während im Tiefbau ein tieferer Umsatz prognostiziert wird.

Im ersten Quartal 2026 hat die Bautätigkeit um kräftige 5.6% zugenommen. Entscheidend war hierfür der Hochbau, während der Tiefbau stagnierte. Die jüngsten ökonomischen und politischen Entwicklungen deuten darauf hin, dass das Startquartal sinnbildlich für den Rest des Jahres steht.

Wohnungsbau bleibt wichtigste Stütze

Der Wohnungsbau bleibt 2026 der zentrale Wachstumstreiber. Hintergrund ist die weiterhin hohe Nachfrage nach Wohnraum, die durch strukturelle Knappheiten, demografische Entwicklungen und Urbanisierung getragen wird. Gleichzeitig hat sich die Finanzierungssituation mit den 0%-Zinsen verbessert, was Projekte wieder kalkulierbarer macht und Immobilien als Anlageklasse attraktiver erscheinen lässt. Obwohl sich Erdöl verteuert hat, dürfte die Inflation in diesem und nächsten Jahr nur bei etwa 0.5% liegen. Das wäre kein hinreichender Grund, damit die Notenbank die Zinsen anheben müsste. Dies ist insofern erfreulich, weil ein Zinsanstieg das potenteste Risiko im Wohnungsbau im Speziellen, und im Bauhauptgewerbe als Ganzes darstellt. Die Wohnbaugesuche haben in den ersten vier Monaten 2026 um 12% gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugenommen. Ohnehin liegen die Arbeitsvorräte deutlich höher als noch vor einem Jahr. Damit ist die Pipeline mindestens bis zum ersten Quartal 2027 gut gefüllt.

Wirtschaftsbau mit wenig Impulsen

Der Wirtschaftsbau – also Industrie-, Gewerbe- und Büroflächen – entwickelt sich differenziert. Viele Unternehmen investieren selektiv und verschieben Projekte teilweise, da die allgemeine Konjunktur zwar stabil, aber nicht dynamisch wächst. Unsicherheiten im internationalen Umfeld sowie verhaltene Nachfrage in einzelnen Branchen wirken dämpfend. Der Iran-Krieg, neue Unsicherheiten im Verhältnis zu den USA nähren Kosten und Unsicherheit. Die höheren Energiekosten könnten dafür sorgen, dass die Baugesuche für Dämmungen und andere energiesparende Umbaumassnahmen zunehmen.

Tiefbau als stabiles Fundament

Öffentliche Investitionen in Verkehrs- und Infrastrukturnetze sowie laufende Erhaltungs- und Sanierungsprogramme sorgen für eine verlässliche Grundauslastung. Allerdings erfolgen viele Projekte etappenweise und unter Budgetrestriktionen, was das Wachstum begrenzt.

Gemäss der jüngsten Ausgabe der KBOB-Materialpreisindizes vom April 2026 haben sich vor allem Diesel und Bitumen verteuert. Zahlreiche andere Materialien sind um maximal 5% gegenüber dem Vorjahresmonat teurer geworden, oder sie sind sogar mittlerweile günstiger. Lediglich 6% der Bauunternehmen vermelden gemäss Daten der KOF Probleme bei der Verfügbarkeit von Baumaterial. Zu Anfangszeiten des Ukraine-Kriegs litt noch jedes zweite Bauunternehmen darunter.

Die Baukosten dürften daher nur geringfügig in diesem und dem nächsten Jahr steigen, längst nicht um die 15% im Zuge des Ukraine-Kriegs. Der Tiefbau dürfte eher von Kostensteigerungen betroffen sein als der Hochbau. Für die nächsten Quartale prognostiziert der Bauindex deswegen nicht mehr, dass der Umsatz im Tiefbau leicht ansteigt, sondern dass er stagniert.

Methodenbeschreibung

Der Bauindex prognostiziert den saisonbereinigten Umsatz für das nächste Quartal sowie den Trend für die drei anschliessenden Quartale.

Bis zum 3. Quartal 2023 wurde der Bauindex in Zusammenarbeit zwischen der Credit Suisse und dem Schweizerischen Baumeisterverband veröffentlicht. Ab dem 4. Quartal 2023 publiziert der SBV den Bauindex in Eigenregie.

Mit der Übernahme wurde die Methodik aktualisiert. Neu wurde das 1. Quartal 2023 auf einen Wert von 100 Punkten kalibriert. Die Daten aus der SBV Quartalserhebung zu Auftragseingang, Arbeitsvorrat und Bauvorhaben sind weiterhin die wichtigste Quelle für die Prognose. Zusätzlich fliessen Baugesuche, öffentliche Ausschreibungen, Zinsen und Baumaterialien in die Bauindex-Prognose ein. Beim Bauindex handelt es sich um eine lineare Regression.

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