back to top

Bauindex

Der SBV veröffentlicht viermal im Jahr den Bauindex. Der Bauindex prognostiziert die Entwicklung des Umsatzes im Bauhauptgewerbe. Damit vermeiden Baufirmen böse Überaschungen und stellen sicher, dass Sie die Chancen der nächsten Quartale im Auge behalten.

Der Bauindex prognostiziert den Umsatz

Der Bauindex basiert auf den Daten der Quartalserhebung und externen Quellen. Er analysiert die Tendenzen im Hochbau und Tiefbau.

Bauindex 4. Quartal 2025

Erstmals seit zwei Jahren erreicht der Bauindex im vierten Quartal 2025 wieder die Marke von 100 Punkten. Der Trendausblick für die darauffolgenden Quartale ist ebenfalls leicht positiv.

Hier macht sich die stufenweise Zinssenkung von 1.75% auf 0.00% in den letzten beiden Jahre bemerkbar. Preisbereinigt haben die Zinsschritte den Umsatz 2025 um 120 Mio. Franken erhöht, im nächsten Jahr dürften daraus weitere 190. Mio. Franken zufliessen.

Zins stimuliert Neu- und Umbau

Der tiefere Zins lässt Mehrfamilienhäuser als Renditeobjekt für Investoren attraktiver erscheinen. Der Wohnungsbau dürfte bis zum Ende des zweiten oder dritten Quartals hohe Wachstumsraten erleben. Die Bautätigkeit profitiert davon, dass die Mieten von neuen Wohngebäuden bzw. die Verkaufspreise von Wohneigentum steigen.

Umgekehrt ist der tiefere Referenzzins dafür verantwortlich, dass die Mieten von Bestandswohnungen im April 2026 erneut sinken dürften. Immobilieneigentümer könnten darin einen Zeitpunkt erkennen, vermehrt Sanierungen in älteren Liegenschaften durchzuführen, weil sie zum einen nach der Sanierung unter Umständen höhere Mieten erwarten können und zum anderen die Finanzierungskosten derzeit tief sind. Tatsächlich hat das Volumen der Baubewilligungen für Aus- und Umbauten in den letzten Monaten zugenommen.

Stagnierende Beschäftigung

Der tiefe Zins ist für die Schweizer Konjunktur im allgemeinen eine Stütze. Schliesslich wächst die Konjunktur derzeit nur langsam, im dritten Quartal 2025 ist das Schweizer BIP gegenüber dem Vorquartal gar um 0.5% gesunken. Die Anzahl Beschäftigter stagniert, und es gibt weniger offene Stellen. Die Unternehmen halten sich dementsprechend zurück, neue Büro- oder andere Arbeitsplätze bauen zu lassen. Diese Umstände sorgen dafür, dass die Sparte Wirtschaftsbau in den nächsten Quartalen von stagnierenden bzw. negativen Wachstumsraten ausgehen muss.

Überraschungen beim öffentlichen Hochbau möglich

Umgekehrt stehen die Vorzeichen beim öffentlichen Hochbau. Das Bevölkerungswachstum sowie der Kapazitätsbedarf etwa mancher Spitäler und Schulen deuten auf einen leichten positiven Trend hin. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass die Schwankungen in dieser Sparte überraschend gross sein können. Das bedeutet, dass der Umsatz in manchen Quartalen deutlich über oder unter dem prognostizierten Trend liegen kann. Der hohe Auftragseingang in jüngerer Vergangenheit könnte solche Ausschläge begünstigen.

Tiefbau vor Erholung

Der Tiefbau war in den letzten Quartalen entgegen den Prognosen mit einer etwas kleineren Bautätigkeit aufgefallen. Manche Projekte wurden redimensioniert, andere kämpfen mit technischen Schwierigkeiten und Kostensteigerungen. Der Bauindex prognostiziert weiterhin einen leicht positiven Trend voraus. Dies stimmt beispielsweise damit überein, dass die Baumeister selbst gemäss Quartalserhebung-Umfrage für das vierte Quartal 2025 mit einem etwas höheren Umsatz rechnen. Gemäss der Erhebung der KOF beurteilen mehr Tiefbauer den Arbeitsvorrat besser und rechnen mit einer höheren Nachfrage in den kommenden Monaten.

Methodenbeschreibung

Der Bauindex prognostiziert den saisonbereinigten Umsatz für das nächste Quartal sowie den Trend für die drei anschliessenden Quartale.

Bis zum 3. Quartal 2023 wurde der Bauindex in Zusammenarbeit zwischen der Credit Suisse und dem Schweizerischen Baumeisterverband veröffentlicht. Ab dem 4. Quartal 2023 publiziert der SBV den Bauindex in Eigenregie.

Mit der Übernahme wurde die Methodik aktualisiert. Neu wurde das 1. Quartal 2023 auf einen Wert von 100 Punkten kalibriert. Die Daten aus der SBV Quartalserhebung zu Auftragseingang, Arbeitsvorrat und Bauvorhaben sind weiterhin die wichtigste Quelle für die Prognose. Zusätzlich fliessen Baugesuche, öffentliche Ausschreibungen, Zinsen und Baumaterialien in die Bauindex-Prognose ein. Beim Bauindex handelt es sich um eine lineare Regression.

Das könnte Sie auch interessieren