Sie werden gebraucht!

Ältere Mitarbeitende gehören im Bauhauptgewerbe längst nicht zum alten Eisen. Ganz im Gegenteil ist ihre Erfahrung gefragt.

 

Die Angestellten im Bauhauptgewerbe sind Macher. Als solche sind sie es gewohnt, anzupacken und scheuen auch vor körperlichen Tätigkeiten nicht zurück. Die Gesundheit der Bauarbeiter ist heute auch zwischen 50 und 60 Jahren gut, was auch dem Einzug der Digitalisierung und den vielen modernen Geräten und Maschinen zu verdanken ist. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass im 30. oder 40. Berufsjahr auf der Baustelle nicht mehr jeder Handgriff so sitzt wie früher. Die Entscheidungsträger in den Unternehmen des Schweizer Bauhauptgewerbes wissen das. Sie nehmen ihre Verantwortung wahr und unternehmen viel dafür, auch Mitarbeitenden über 50 einen optimalen Arbeitsplatz zu bieten. Die Investitionen in Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind heutzutage beachtlich.

Ausserdem finanzieren die Unternehmen des Bauhauptgewerbes ein wegweisendes Modell für einen vorzeitigen Altersrücktritt. Vor 20 Jahren schlossen der Schweizerische Baumeisterverband SBV und die Gewerkschaften Unia und Syna – später kam noch Baukader Schweiz hinzu – den Gesamtarbeitsvertrag für den flexiblen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe GAV FAR. Ab dem 60. Altersjahr können Arbeitnehmende, welche Bedingungen wie zum Beispiel die langjährige Zugehörigkeit zur Branche erfüllen, ab 60 Jahren vorzeitig in den Ruhestand treten. Der vorzeitige Altersrücktritt (FAR) ist eine einmalige Errungenschaft der Baubranche, zu der es Sorge zu tragen gilt.

Die erwähnten Bemühungen haben dazu geführt, dass die Zahl der Arbeitnehmenden über 50 Jahre im Bauhauptgewerbe im Vergleich zu anderen Branchen hoch ist. Das ist erfreulich, weil es zeigt, dass die Bemühungen fruchten und die Arbeitnehmenden gesund und in der Branche bleiben. Viele Mitarbeiter mit 60 Jahren sind heute fit und könnten weiterhin eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um wertvolle Arbeitskräfte, die es zu halten gilt. Doch auch hier gibt es eine Kehrseite. Viele Bauunternehmen haben eine überalterte Belegschaft. Viele Arbeitnehmende erreichen in diesen Jahren ihr sechzigstes Altersjahr. Wenn in den nächsten Jahren die Mehrzahl dieser Beschäftigten zeitgleich in den vorzeitigen Ruhestand geht, dann entsteht nicht nur ein schmerzhafter Know-how-Verlust im Betrieb, auch der Fachkräftemangel spitzt sich weiter zu. Es gilt deshalb, Anreize und Möglichkeiten zu finden, die es für Arbeitnehmende attraktiv machen, auch nach dem 60. Geburtstag noch in der Branche zu verbleiben.

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Schweizerischer Baumeisterverband

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