So bleibt die Schweiz ein Erfolgsmodell

Die Schweiz ist ein Erfolgsmodell – nicht zuletzt dank des Baus. Eine tragende Säule für den Wohlstand in unserem Land ist eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur, moderne Wohn- und Lebensräume sowie Perspektiven und Weiterentwicklungen in allen Landesteilen. Mit der Agenda 125.0 hat der SBV den Verantwortlichen in der Schweiz aufgezeigt, wie die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt werden sollen.

 

Die Schweiz bietet ihren Einwohnerinnen und Einwohnern eine hohe Lebensqualität. Das soll so bleiben, was bedeutet, dass einige Herausforderungen angepackt werden sollen. Die Sorge einiger Jugendlichen zum Klima ist nicht unbegründet. Der SBV sieht eine Modernisierung des Schweizer Gebäudeparks als Lösung. Neubauten sind energetisch vier bis sieben Mal effizienter als Gebäude, die vor 1980 gebaut wurden. Mit einer energetischen Erneuerungsrate von derzeit nur 1 Prozent dauert es 100 Jahre, bis alle Gebäude einen als nachhaltig zu bezeichnenden Standard erreichen. Die Bauwirtschaft kann sich mit einer Beschleunigung der Sanierungsrate und einer Steigerung des Anteils der Ersatzneubauten bei der Erreichung der Klimaziele positionieren. Um dies zu erreichen hat der SBV im Rahmen der Agenda 125.0 den Aktionsplan «Offensive Modernisierung Gebäudepark» lanciert. Massnahmen zum Aktionsplan sind mit der Agenda 125.0 konkretisiert. Die Ziele sind in konkrete politische Forderungen übersetzt und werden mit Monitoring überwacht vorangetrieben.

Der Aktionsplan stellt auch sicher, dass die Wohnmangellage, von der bereits gesprochen wird, nicht eintritt. Bezahlbare, attraktive Wohnungen sind für die Lebensqualität der Schweizerinnen und Schweizer wichtig. Die Bevölkerung in unserem Land befindet sich im Wachstum. Gemäss den Prognosen des Bundesamtes für Statistik wird die Schweiz im Jahr 2040 10 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählen. Das Ziel des SBV ist es, den für die Menge benötigten Wohnraum zu erstellen, ohne dass die Landressourcen abnehmen. Das gelingt mit einer gezielten Verdichtung innerhalb der bestehenden Bauzonen. Bereits heute lebt 83 Prozent der Bevölkerung in Räumern mit städtischem Charakter. Dieser Trend wird sich noch verstärken. Darum muss in städtischen Gebieten der Raum optimal ausgenutzt werden. Statt in die Breite muss auch in die Höhe gebaut werden, immer im Rahmen der geltenden Baufortschritte.

 

Blockaden sind unnötig

Leider gibt es bei Bauprojekten von verdichtetem Bauen immer wieder einen grossen Widerstand. Grossen Teilen der Bevölkerung ist nicht bewusst, dass die Alternativen eine Wohnmangellage, eine Klimaveränderung oder der Verlust von Kulturland ist. So werden sinnvolle Projekte unnütz blockiert, im schlimmsten Fall geben die Investoren das Projekt auf. Der SBV setzt sich mit seiner Agenda 125.0 auch dafür ein, die Bevölkerung für die Thematik zu sensibilisieren, um künftig Widerstand gegen Bauvorhaben zu vermeiden.

Der Infrastrukturbau ist die Lebensader der Schweiz. Städte und Agglomerationen müssen die Entwicklung von innovativen Transportsystemen berücksichtigen, um ihre Zukunft zu sichern. Schienen und Strassen sind so zu konzipieren und auszubauen, dass der Transport von Pendlerinnen und Pendlern sowie von Gütern auch zu Stosszeiten gewährleistet ist. Randregionen sind mit Schiene und Strasse an den Rest der Schweiz anzubinden, damit sie Zukunftsperspektiven haben. Der SBV trägt gerne seinen Teil dazu bei, um das Erfolgsmodell Schweiz zu stärken. Die Agenda 125.0 weist auch auf die Bedeutung des Infrastrukturbaus hin, der sich immer wieder mit Opposition von Verbänden, Organisationen oder von Personen konfrontiert sieht.

 

Das Haus muss umgebaut werden

So wie Häuser, die in die Jahre kommen, saniert werden müssen, so sollten auch Regelwerke und Praxen regelmässig erneuert werden. Das Parlament selbst hat in seiner Herbstsession 2022 festgestellt, dass die gängige Bewilligungspraxis, die mehrmals einen Gang ans Bundesgericht erlaubt und die so Bauprojekte um Jahre zu verzögern oder gar zu verhindern vermag, nicht zielführend ist. Angesichts der Energiemangellage hat sich das Parlament entschieden, diese Praxis stellenweise auszuhebeln. Der SBV setzt sich dafür ein, dass wenn verschiedene Ansprüche aufeinandertreffen, die Interessensabwägung sorgfältig erfolgt und der Bau nicht voreilig ausgebremst wird. Die Frage ist immer wieder: Wie viel Naturschutz erträgt der Umweltschutz? Die Schweiz braucht beides, aber der Naturschutz, also der Schutz von Landschaften, beispielsweise, darf nicht den Bau von Anlagen zur Gewinnung von erneuerbaren klimafreundlichen Energien verhindern.

Über den Autor

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Susanna Vanek

Redaktorin

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