Wirklich gemeinsam bauen Freitag, 23.2.2024 | 06:00 ... Schweizerischer Baumeisterverband Politik & Medien Agenda 125.0 Wirklich gemeinsam bauen Bauen wird komplexer. Um den Anforderungen gerecht zu werden, sind neue Modelle der Zusammenarbeit gefragt: zum Beispiel Projektallianzen. Der Ansatz bringt die zentralen Projektbeteiligten früh zusammen. Die Anforderungen ans Bauen steigen: günstiger, besser, nachhaltiger bauen – und all das schneller. Das führt zu komplexeren Bauprojekten mit einer steigenden Zahl von Beteiligten. Die konventionelle Projektabwicklung stösst dabei an ihre Grenzen. Ausgehend von lückenhaft beschriebenen Leistungen gehören Bestellungsänderungen, Verzögerungen, Mehrkosten und Konflikte zum Courant normal. Hier setzt die Projektallianz an. Das Modell sieht eine partnerschaftliche und transparente Zusammenarbeit vor, in der die Ausführenden ihr Know-how schon früh einbringen. «Die Projektallianz bietet ein innovatives Spielfeld für die Baubranche. Ziel ist es, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und ein gemeinsames Ziel zu haben», sagt Andreas Schmidt, der beim SBV das Thema betreut. Dagegen sei es bei herkömmlichen Vertragsmodellen in der Submissionsphase häufig zu spät für gute Unternehmerlösungen. In den angelsächsischen Ländern sind die sogenannten IPD (Integrated Project Development) weit verbreitet. Die Projektallianz lehnt sich daran an, passt sie aber den spezifischen Schweizer Verhältnissen an. Auch hierzulande findet das Konzept zunehmend Beachtung. Mit dem Merkblatt 2065 zum Umgang mit Allianzverträgen präsentierte der SIA letztes Jahr das Verfahren. Erste Pilotprojekte laufen. Im Zentrum der Projektallianz steht das Miteinander. Bauherren, Baumeister und weitere zentrale Projektbeteiligte definieren gemeinsam die Leistungen. Aufgaben und Kosten werden transparent zugewiesen, Chancen und Risiken fair auf alle Akteure verteilt. «So wird sichergestellt, dass alle Beteiligten im Sinne des Gesamtprojekts agieren», erklärt Schmidt. Wenn Baumeister in einer frühen Planungsphase einbezogen werden, profitiert der Bauherr von deren Erfahrung und Wissen. Das verbessert den Projektablauf und die Bauqualität und führt zu besseren und nachhaltigeren Lösungen – für alle. Autor: Beat Matter Über den Autor Schweizerischer Baumeisterverband kommunikation@baumeister.ch Artikel teilen
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